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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1903-01-01 · (I.) 1903 - 5664 (1903) · page 60

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
(I.) 1903 - 5664 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 60)
Language
German
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54 auf dem man mit wohlbegründetem Rechte alljährlich mit Beifall die Sulzbacher Erscheinungen entgegennahm. Hier wurde, wenigstens in Süddeutschlaud, Sulzbach fast alleinherrschend undbehauptete eine erste Stelle auch noch zur Zeit des Verfalls. Jahrzehnte lang Hessen die Fürther Druckereien ihre Kalender unter Sulzbacher Flagge erscheinen; vergeblich, nie reichten sie auch nur im entferntesten an ihre Vorbilder heran. Die Kalender erschienen ohne Unterbrechung, in Buchform und, wie es scheint, daneben auch in Form des Wandkalenders. Sicher ist es, dassletztere von 1721 ab eine Reihe von 'Jahren und etwa 100 Jahre später um 1830*) herauskamen, wahrscheinlich aber waren sie regelmassige Erscheinungen, und nur ein merkwürdiges Ereignis war es, das uns grade die beiden ersten Ausgaben dieser naturgemäss im Strom der Zeit leicht untergehenden fliegenden Blätter erhielt. Ein Wandkalender für das Schöpfungsjahr 5482 war Salmans Debüt; im folgenden Jahre wurde er wieder aufgelegt, diesmal aber nach Korrektur, Satz, Orthographie derart korrumpiert, dass viele Worte bis zur Unkenntlichkeit entstellt sind. Unter anderen Nachlässigkeiten wurden die in dem Kalender angeführten Christliehen Fest- und Merktage so gedruckt, wie sie im heimischen LaDdesdialekt ausgesprochen wurden, sodass ein missverständlicher Sinn entstand; andere Worte ergaben durch unorthographisches Schreiben einen dem gewollten entgegengesetzten Sinn, der, falsch aufgefasst, den christlichen Geist verletzen konnte. Eine Absichtlichkeit Salmans war von vornherein ausgeschlossen, denn der sorgfältiger hergestellte vorjährige Kalender enthielt nichts Anstössiges; die saloppe Ausführung allein, die kaum ein Wort die Fseudosulzbacher 1773—81 (Izik Buchbinder». — Im Britischen Museum 1740; in der Rosenthal ,sehen Bibliothek 1758—59 (Roe. 76); — mir selbst stehen 10 Jahrgänge nach 1800 zur Verfügung, davon nur 1831 noch nicht erwähnt — In dem bibliographischen Teil habe ich die charakteristischen Vertreter der Kalender-Ausgaben verzeichnet. — Die weiterhin zu behandelnden Wandkalender חפ׳׳ב und 23—1722) תפ״ג), der letztere mit den grünen Tintenstrichen des Zensors, befinden sich in KA. A. Rep. 84 No. 721; dabei die Zensurakten. *) Sie werden in dem Katalog der Arnsteinschen Verlagswerke 1830 (No. 459) als Wand- oder Plakat-Kalender aufgeführt.

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