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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1903-01-01 · (I.) 1903 - 5664 (1903) · page 55

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
(I.) 1903 - 5664 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 55)
Language
German
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49 nennen,*) alle übrigen Perioden Sulzbachs an Gewissenhaftigkeit übertrifft. Ahron verstand sich auch recht wohl auf die geschäftliche Seite des Betriebes; er machte im Interesse des Bücherabsatzes Reisen bis nach Frankreich. In Fürth unterhielt er ein Bücherlager; dort hatte er viele Freunde, eine verheiratete Tochter und viele Geschäftsverbindungen. Ueberhaupt blieb diese Stadt für den Sulzbacher Bücherverschleiß bis um d. J. 1800 die Zentrale, von wo aus alles, was nicht die technische Ausführung des Druckes betraf, reguliert, geleitet und beschlossen wurde. Fürth war bei Reisen nach dem Süden, Norden und Westen als nächste Handelsempöre mit einer jüdischen Bevölkerung überhaupt kaum zu umgehen und dieser Umstand war es, durch den das letzte Jahrzehnt seines Wirkens unserem Ahron sehr verbittert wurde. Es lebte dort ein medicinae practicus, Dr. iUiron Schwab, Brandenburgischer ״Erb- Schutzverwandter Jud“, der der Gemeinde gegenüber auch das Privileg der Abgabenfreiheit genoss. Von ihm hatte Ahron am 31. Okt. 1710, wohl zum Betrieb der Offizin, eine grössere Geldsumme gegen Wechsel entliehen, ausgestellt auf ihn und seinen Sohn Isai.**) Ahron liess, nach Schwabs Angaben, verschiedene,bereits prolongierte, Zahlungstermine verstreichen, so dass sich der Arzt i. J. 1713 an die Sulzbachische Regierung mit dem Ersuchen wandte, ihm durch Exekution des Schuldners zum Rechte zu verhelfen. A. Frankel verteidigte an gleicher Stelle seinen Standpunkt und verlangte, Kläger solle in Sulzbach an ordentlicher Gerichtsstelle seine Klage rechtfertigen; da sich dieser dessen weigerte, lehnte die Regierung auch Schwabs Forderung kurzweg ab (1713). — *) Minderwertige Ausführung und Ausstattung besonders bei Büchern von Autoren oder Herausgebern, die aus Mangel an grösseren Geldmitteln gezwungen waren, die Druckkosten möglichst niedrig zu halten, so. z. B No. 56; **) Dieser scheint nicht in Sulzbach gewohnt zu haben, sondern in Ansbach (?). Wahrscheinlich ist er der bei Barbeck ״Geschichte der Juden in Nürnberg und Fürth“ S. 66 genannte Jischai Aaron; diese Form der Namensnennung war die übliche, vergl. den Namen seines Bruders und des kommenden Druckherrn Salomon Ahron, z. B. in der Censura vor dem Talmud No. 153 und dazu St. 1415, der sich über diesen scheinbar apokryphen Druckernamen wundert; der Name bedeutet (Meschullam) Salomon (ben) Ahron. 4

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