Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 54)
- Language
- German
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48 Ueber den weiteren Fortgang dieser Angelegenheit schweigen die Akten. Die eingangs genannten beiden ״Hofjuden“ in Wien sind der Oberhoffaktor Samson Wertheimer und der hochangesehene und reiche Mendel Oppenheim, die in dieser wahrhaft mäzenatenhaften Weise, wie sie im Protokoll geschildert, Ahron bei seinem Unternehmen unter die Arme griffen, und mit ihnen und durch sie veranlasst, eine grosse Anzahl von anderen ihrer Freunde, meist in Wien. Mehrere Jahre voraus, ehe noch der Druck beendet oder vielleicht gar begonnen war, zahlten sie den Kaufpreis der kostbaren Bücher; schon 1699 hatte die Ausgabe des Machsor und damit die Begründung der Druckerei nur durch Vorschüsse bezw. Vorausbestellungen seitens der Oppenheimschen Familie ermöglicht werden können.*) Nur hierdurch war es der Sulzbacher Druckerei dieser Periode möglich, so viele Pergament־ drucke herauszugeben und ihre meisten Bücher in so glänzender Ausstattung in den Verkehr zu bringen. Das erste Produkt Ahrons, das erwähnte Machsor in folio, in prachtvollem Gewände, mit meisterhaften Figureninitialen und einer äusserst zweckdienlichen Anordnung der Gebete, hat sich im Sturm sein Absatzgebiet errungen, i. J. 1709 erschien bereits die zweite und i. J. 1719 die III. deutsche Auflage; aber auch im polnischen Ritus kam es i. J. 1716—17 heraus. Auch später noch erschien es 3 mal im deutschen und etwa 4 mal noch im polnischen Ritus, die Wilhermsdorfer Konkurrenzausgabe bei weitem an Wert und Verbreitung überflügelnd. Die noch bis heute nicht übertroffene praktische Anordnung des Inhalts für den Synagogengebrauch hat dem Machsor seine Beliebtheit bis in unsere Tage erhalten.**) Die Lettern, besonders der Quadratschrift, sind in dieser Periode bedeutend schärfer und deutlicher als in der vorher־ gehenden; dasselbe gilt von der Sorgfalt in Ausstattung und Korrektur, welch letztere, wenn auch nicht gerade vollendet zu *) Vergl. No. 37 und 53; **) Ähnliche Prachtausgaben sind die Noo. 41, 59, 49, 58 und aa; oft mit der empfehlenden Titelblattbemerkung ונדפסו באותיות גדולות בכחב מחזורים (z. B. bei No. 58). —