Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
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44 Ausführung des ihm anvertrauten Materials beschränkte. Ahron war dagegen mit Herz und Seele bei seinem Berufe, da er den seiner Offizin anvertrauten Werken ein tiefes, sachverständiges Interesse entgegenbrachte. Wie sticht schon die äussere Form seiner Produkte gegen die der Vorperiode ab. Er hatte auch ein Stück ästhetischen Geschmackes von seinem Vater ererbt; besonders seine im eigenen Verlag erscheinenden Erzeugnisse suchte er durch eine dem Inhalt entsprechende, individuelle äussere Ausstattung zu heben. Wohl die meisten seiner Bücher sind auch auf Pergament oder auf kostbares Papier gedruckt, während von seinen Nachfolgern auch nicht ein einziges Pergamentexemplar nachzuweisen ist. Dabei war er meist sein eigener Korrektor und brauchte sich nicht wie Bloch auf zweifelhafte Gewissenhaftigkeit gedungener Hilfskräfte zu stützen. Aber auch für die geschäftliche, ertragbringende Seite der Druckleitung war er ganz anders gerüstet als Bloch. Er hatte ein grosses Stück Welt gesehen, Wien, Prag; er hatte dort Freunde, Konnexionen in reichem Masse; er hatte sich in seiner reichbewegten Vergangenheit Umgangsformen, Lebenserfahrung, Gewandtheit im Verkehr und andere für ein auf die weite Welt gestütztes Unternehmen unerläßliche Vorzüge erworben. In der ersten Zeit seines Sulzbacher Aufenthaltes betrieb er Handel mit Pferden und Landesprodukten.*) Auf einer der in diesem Betrieb zu Pferde unternommenen Reisen hatte er das Unglück, mit dem Tier zu stürzen und ״den Arm auszufallen“. Dieser wurde schlecht ״eingerichtet“ und musste neuerdings gebrochen werden, blieb aber dauernd lahm und unbrauchbar (1684). In einem Gesuch an die Regierung aus d. J. 1694 oder 95 klagt Ahron, er sei so gebrechlich, dass seine Kinder ״Gefahr laufen, bald Waisen zu werden“. Zu dem eigenen Unfall gesellte sich ein Schlaganfall der Gattin, die ein ganzes Jahr lang, sprachlos und an allen Gliedern gelähmt und ״verderbt“, das Bett hüten musste. Das veranlasste viele Unkosten für Arznei und Chirurgen, und schweren Herzens musste er bei der Regierung Milderung seiner Schutzgeldabgaben nachsuchen (März 1686). *) Um 1678 waren er und Mos. Bloch ,,Hofmetzger“, d. h. sie hatten für den herzoglichen Hof das tägliche Fleisch zu liefern.