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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1903-01-01 · (I.) 1903 - 5664 (1903) · page 49

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
(I.) 1903 - 5664 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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43 Schutzgeldes — 25 fl. gegen 12 der anderen Sulzbacher Juden — auf erlegt. Aber vom Vermögen abgesehen, verleugnete sich auch auf anderen Gebieten nicht seine Abstammung aus einer im Mittelpunkt einer so grossen und bedeutenden Judengemeinde wie Wien wirkenden Familie.*) Seinem Vater verdankte er ein starkes talmudisches Wissen, das von grossen Männern seiner Zeit in Vorreden und Approbationen zu seinen Büchern wiederholt rühmend anerkannt wird. Von Wien brachte er auch eine gewisse Vorliebe für kabbalistische Studien mit, und schon i. J. 1685 gab er auf eigene Kosten in der Bloch’schen Offizin das ס' הסירים (No. 9) heraus; aber er interessierte sich mit gleicher Hingabe für alle Erscheinungen auf dem weiten Gebiete der jüdischen Literatur; als Bloch starb, war er sofort zur Stelle, um mit Lust und Hingebung die entstandene Lücke auszufüllen. Ihm, der in Wien Dinge gesehen, die weit hinaus über die Stadtgrenzen die ganze Judenheit ergriffen, der alles religiöse und berufliche Handeln mit weitem Blicke aufzufassen gelernt, mochte das eintönige Handeln und Krämern in einem kleinen Städtchen, wie Sulzbach, nicht die ersehnte Befriedigung geben. Sein Schaffensdrang sehnte sich nach einer Betätigung, wo er das in ihm aufgespeicherte Wissen und Können in den Dienst einer grösseren Allgemeinheit stellen konnte, — und da konnte ihm nichts willkommener sein, als die Leitung einer Druckeroffizin; denn eine solche gab ihm das schöne Bewusstsein, einer der Mittelpunkte zu sein, von denen den Radien eines Kreises gleich Belehrung und Nutzen in die Welt hinausströmten. Noch stand ein Hindernis dem vollen Druckbetrieb entgegen, noch fehlte das Privileg dazu, das er erst 1699 erhielt. Dass er aber schon Jahre voraus die Weiterführung oder Umarbeitung des Blochschen Betriebes beabsichtigte, das zeigt nicht nur sein Mitarbeiten an der Herausgabe des Talmuds, das geht auch klar hervor aus den Daten der Approbationen zu dem Erstlingswerk seiner eigenen Offizin, eines Machsors in folio, die sämtlich schon aus dem Jahre 1697 stammen (No. 87). Er brachte diesem Berufe ganz andere Kenntnisse und Fähigkeiten entgegen, als der schlichte Bloch, dessen ganze Tätigkeit sich auf die technische *) Beachtenswert ist, dass er für seine Familie einen eigenen ״Schulmeister“ unterhielt.

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