Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
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41 Vorzüglich vertrat er das Predigeramt; er war ein gefeierter Redner und wird auf allen Ahronschen Drucken als דרשן ^Prediger bezeichnet. ״Sein Haus No. 90 in der Herrngasse war eines der schönsten im Ghetto. Neu erbaut, zeugte es durchaus von der Wohlhabenheit und dem Geschmacke des Besitzers. Die steinerne Treppe, die Gipsarbeit im Vorhause, ein schöner Garten mit einem Lusthause darin gewährten den Anblick ungewöhnlicher Vornehmheit.*)44 Eine Tochter war mit Koppel Ries, einem Sohne seines Amtskollegen im Rabbinat Model Levi Dettingen, verheiratet. Koppel Ries, ein Schwager also unseres Ahron, war später ein sehr angesehenes Mitglied der Wiener Exulantenkolonie in Berlin und stand bei dem Kurfürsten Friedrich III. in besonderer Gunst. — Uri Lipmann, der übrigens bereits vor seiner Wiener Tätigkeit einige Rabbinate bekleidet hatte, vertrat sogar am Schlüsse eine Zeit lang allein das Wiener Rabbinatskollegium. Ueber seine ferneren Lebensschicksale schweigt die Geschichte, vermutlich hatte er sich mit Ahron nach Prag begeben und Ahron nach seinem Tode, anderen Wiener Bekannten folgend, Sulzbach als Domizil erwählt.**) Doch noch andere Verbindungen mit angesehenen und einflussreichen Familien waren von nicht zu unterschätzender Bedeutung für Ahrons Druckereiunternehmen; sein Sohn und Berufsnachfolger Meschullam***)Salman beruft sich mit Stolz in seiner ersten Verteidigungsschrift (1755) auf seine berühmte Ahnenuud Verwandtenreihe. Er schreibt: ומזרע דאהרן קאתינא. מבנן של קדשים נכד הנינוח הגאון מוהר״ר ליפמן דרשן זצ״ל מווינא. ונכד של המנוח מוהר״ר משלם זלמן אויערבך מורנא. ודורי זקיני היה הגאון מוהר״ר מנחם מענדל שחיבר בעל עטרת זקנים. וממשפחת רמה ומיוחסת מוהר״ר יוסקא מפולין — Diese Notiz belehrt uns also, dass Meschullam Salman (mütterlicherseits) ein Enkel und Namenserbe des angesehenen Meschullam Salman in Wien war, Ahron also mithin des Letztgenannten Schwiegersohn, damit auch zugleich ein Schwager des berühmten Rabbiners von Krotosehin Menachem *) Kaufmann das. S. 87; **) Uri Lippmann starb jedenfalls bald nach 1670, denn bereits 1695 verheiratete sich Ahrons nach seinem Grossvater benannter und also auch nach dessen Tod geborener Sohn Liebmann; die nach Sulzbach übersiedelnden Wiener Emigranten kamen durchweg von Prag, wo sie eine Zeitlang Aufenthalt genommen, dorthin. ***) No• 150 und Beilage I.