Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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39 sei, (len Herausgeber bezw. Drucker mit dem Banne zu belegen. Der Umstand, dass weder der Drucker noch der Druckort genannt war, fiel, anscheinend als ein stillschweigendes Schuldbekenntnis, stark ins Gewicht, während er für uns oben eine andere Lösung gefunden hat. Moses b. Jesaia, der Yerf. des בריח מטה משה*) (ed. Berlin 1701), machte den Posener Rabbiner Naftali Kohen auf das Buch aufmerksam, und der Angerufene wurde nur durch Geschäftsüberbürdung verhindert, über den Bannspruch gegen den Drucker noch hinauszugehen und alle sich vorfindenden Exemplare des Werkchens zum Autodafe zu verurteilen. — Dieses Büchlein, gleichfalls fast verschollen, hat einen auf Sulzbacher Drucken nicht wiederkehrenden Titelschmuck: einen Schmetterling mit 4 Augen auf den Flügeln. III. Periode: Die Familie FränkePArnsteln. 1699—1851. 1) Ahron **), Sohn des Wiener Predigers Uri Lipmann Frankel. 1699—1710. Unter den schmachvollen Anklagen und unverantwortlichen Hewaltsprüchen der Zeit hatten i. J. 1670 die Juden in Wien ihre liebgewonnene Heimat verlassen müssen. Die innigsten Bande menschlicher Gesellschaft waren zerrissen worden, Familienmitglieder mussten sich auf ewig von einander trennen; Freunde, die sich im gemeinsamen Berufs- oder Interessenkreis innerhalb des Ghetto gefunden, liebgewonnen und aneinander geschlossen hatten, sich auf Nimmerwiedersehen Lebewohl sagen, — nach allen Himmelsrichtungen, innerhalb und ausserhalb des weiten deutschen Reiches, zerstreuten sich die Mitglieder der aufgelösten ruhmreichen Gemeinschaft. *) Bl. 3 Anm.; vergl. (Steinschneiders) ״Hebräische Bibliographie״ Bd. 18 S. 14 und den diesbezüglichen Auszug aus ,בריח מטה משך, auf den mich Herr Dr. Freimann, Frkfrt. a* H., freundlich hingewiesen, das• S. VI.; man wäre versucht, auch eine Entscheidung des R. Samuel Aboab in seinem Responsenwerk דבר שמואל (Mo. 193) mit diesem Ereignis in Verbindung zu setzen, um so mehr als hier eine bestimmte Ausgabe nicht genannt wird, weil sie mangels eines Druckortes auf der Sulzbacher Ausgabe nicht genannt werden konnte, wenn nicht der Verfasser bereits i. J. 1694 verstorben wäre. — Vgl. Roe. Anhang No. 1160; interessant ist, dass das Werkchen noch ein zweites Mal in Sulzbach erschien, No. 404; der Auszug in der Hebräischen Bibliograph aus ברית מסה משה ist übrigens fehlerhaft. **) St. 7789;