Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
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38 סנהדרין, der ganz nach Blochsclier Manier, mit der von 1699 ab völlig gebrochen wurde, ausgestattet ist. Die aufgezählten Bände lassen darauf schliessen, dass vielleicht nach Vollendung der 4 ersten Ordnungen das Werk abgebrochen wurde *). Ob hierauf vielleicht das Erscheinen der Talmudausgabe Frankfurt a. 0. eingewirkt hat (1697—1699)? — Der Umstand, dass die meisten Bände ohne Druckort uud Drucker sind, veranlasste, dass diese Talmudausgabe äusserst selten geworden, ja fast verschollen ist. Die erwähnten Bände**) gingen unter der Masse der nachfolgenden geschlossenen Talmudausgaben unter, man erkannte nicht ihre Zusammengehörigkeit, hielt sie vielmehr für einzelne isolierte Traktate, wie sie oft aus dem Zusammenhang gerissen die Pressen verliessen. Über die Anlage des Talmuds belehrt unser bibliographischer Teil. Noch ein anderes Druckerzeugnis ist aus dieser Periode zu nennen, das sogar nach seinem Erscheinen viel von sich reden machte, eine satyrische Paraphrase des Talmuds für das Purimfest, genannt מסכת פורים, von einem anonymen Verfasser, gleichfalls ohne Druckort und Drucker, wohl aber mit Druckjahr (1695). Dieses Buch erschien gar manchem als eine Blasphemie und veranlasste einige Rabbiner zu der Erwägung, ob es nicht am Platze *) Es liegt auch die Vermutung nahe, dass die am meisten von den Talmudstudierenden verlangten Traktate zuerst in Angriff genommen wurden; auch darauf lassen die genannten Bände schliessen. — Dass keine vollständige Talmudausgabe erfolgte, das besagen die Approbationen des Talmuds Frfrt• a. O.; es wird dort bemerkt, dass seit langer Zeit kein Talmud im Druck erschienen sei; Rabbin. a. a. O. **) Eine Anzahl von Wolf bereits erwähnt, von St. und dann von Rabbin. ergänzt. Wahrscheinlich waren mehrere Rücksichten die Veranlassung des Fehlens von Ort, Drucker und Jahr. Zunächst mögen es Pietätrück־־ sichten gegen den verstorbenen Moses gewesen sein; anderseits wollte man die Sulzbacher Regierung vielleicht nicht auf diese Produkte aufmerk׳ sam machen, da Ahron noch kein Privileg hatte. Die Söhne Blochs aber, durch ihr bürgerliches Geschäft hinlänglich in Anspruch genommen, hatten keine Lust und fühlten nicht die Kraft in sich, die Firma weiterhin zu re־־ präsentieren. Sie hatten mehr Interesse daran, dass der Spiritus rector der Offizin ein Privileg erhielt, damit er Gelegenheit hatte, ihnen die Offizin, die doch sicherlich einen ziemlichen Wert repräsentierte, käuflich abzunehmen Bis dahin sorgten sie, dass wenigstens die, gewiss schon vom Vater begonnenen, Arbeiten vollendet wurden.