Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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34 Kunst des Letternschneidens. Der Sulzbacher Buchdrucker Holst stand Bloch bei der technischen Ausführung der Druckarbeit helfend zur seite*). Moses b. Josef Hausen aus Ungarn wurde als Korrektor gewonnen. Rosenroth protegierte auch weiterhin die Blochsche Offizin**). Die Soharausgabe wurde bald gradezu berühmt. Durch die Kabbala denudata war für dieses, auch in christlichen Gelehrtenkreisen hochangesehene Buch der Weg geebnet worden. Die Anordnung des Werkes und des kritischen Apparates in sorgfaltiger, wissenschaftlicher Form stellte diese Edition in die erste Reihe aller Schwesterausgaben. Auch in jüdischen Kreisen verbreitete sich schnell der Ruf der neubegründeten jüdischen Druckerei, besonders in den benachbarten östlichen Landen, Böhmen, Österreich, Polen. Dort erstand hauptsächlich Blochs Kundenkreis. Bloch ging mit Tatkraft an die Weiterbildung und Festigung seines Unternehmens; er zog sachkundige Korrektoren und Setzer heran und zeigte wenigstens das Bemühen, seinen Druckerzeugnissen durch äussere Ausstattung und ansprechende Typen eine zweckentsprechende Form zu geben. Völlig hat er dieses Ziel allerdings nicht erreicht. Die Typen sind oft recht unbeholfen, die Schwärze schwach, die Ausstattung oft rudimentär zu nennen; der Korrektor zeigt sich seiner Aufgabe meist nicht ganz gewachsen, ein Fehler, der auch in der ganzen Folgezeit, und nicht nur in Sulzbach, sich so nachteilig bei den hebräischen Drucken bemerkbar macht. Eine Eigentümlichkeit dieser Periode ist der fast allen Erzeugnissen gemeinsame Druck in 2 Kolumnen. Bezüglich der Ausstattung der Titelblätter sei noch folgendes bemerkt. Nur bei zwei Büchern zeigt sich ein künstlerisches Bestreben, das ist neben dem genannten Sohar das ספר *) Typis Moysis Bloch et Opera Johannis Holst (I Ttlbl.); Holst gab in diesem Jahre (1684) דייתיקא חדתא (Novum Testamentum syriace) heraus und zwar mit hebräischen Lettern 16° Z 803. Bei diesem Buche soll Moses Hausen mitgearbeitet haben, St. 8879; beide Bücher im Verlag von Wolfgang Mauritius Endter in Nürnberg. — **) Neuer Büchersaal 1718 S. 196; W. III 1145; — sicher bezeugt ist dies bei dem Buche חסד לאברהם No. 10.