Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
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33 Moyses hatte sich bereits im Sommer des Jahres 1664 verheiratet. Er betrieb einen schwunghaften Handel mit Landesprodukten und nahm in der sich bildenden, aufblühenden Gemeinde, die insbesondere einen nennenswerten Zuwachs* *) durch die im Jahre 1679 aus Wien vertriebenen Glaubensgenossen erhielt, gleich anfangs eine führende Stelle ein. Er war einer der Vermögendsten; der Gemeinde stellte er einen Teil seiner Behausung zur Abhaltung der regelmässigen Gottesdienste zur Verfügung, und zwar unentgeltlich, — bis zum Jahre 1687, wo die Gemeinde gezwungen war, mit Rücksicht auf Blocks ״starken Haushalt“ den Gottesdienst in ein eigenes, neuerworbenes Gebäude zu verlegen. Dieser Kinderreichtum in Verbindung mit der Ungunst der Zeitverhältnisse zerrüttete seine Vermögensverhältnisse derart, dass er im Jahre 1681 bei der Regierung eine bedeutende Moderierung seines Schutzgeldquantums nachsuchen musste. Da trat ein Ereignis ein, welches mit einem Schlage seine bürgerliche Berufs- und Vermögensstellung von grund auf änderte. Herzog Chr. August, in seiner Vorliebe für die theosophischen Wissenschaften, hatte den Entschluss gefasst, nunmehr an die Herausgabe des Sohar im Urtexte selbst heranzutreten. Die Kabbala denudata wurde im Jahre 1684 durch den III. und zwar Hauptband in Frankfurt a. M. zum Abschluss gebracht. Im gleichen Jahre vereinigte er sich mit seinen treuen Beratern, dem Frh. Franz Mercurius von Hellmont und Chr. Knorr Baron von Rosenroth, zur Herausgabe des Sohar. Die Kosten der Drucklegung trugen sie zu gleichen Teilen; dagegen verzichtete der Herzog auf seinen Anteil am Gewinn zu Gunsten der Sulzbacher Armen und Hellmont auf den seinigen zu Gunsten Knorrs. Moses Bloch wurde an die Spitze der Offizin gestellt. Hellmont, nach einer anderen Angabe Knorr**), lehrte ihn selbst die um die gleiche Gnade für die Hochzeitsfeier ihres Sohnes David (Moses’ Bruder). — a tergo: ״fiat in Gnaden.“ — KA. A. 72 No. 8914. — David starb 1692, seine Witwe, eine Tochter Berlo Schickeis aus Sulzbach, heiratete den Sulzbacher Jacob Kohen. *) Kaufmann, Die letzte ״Vertreibung der Juden aus Wien und Nieder- Österreich“ (Wien 1889) S. 191 kennt von dem heutigen Ländergebiet Bayerns nur das Fürstentum Ansbach als Niederlassungsgebiet der Wiener Exulanten. **) Ersteres nach W. 111 1145 scheint richtiger, als letzteres nach W. III 727 u. II 962, vgl. noch W. I. 88 u. 1141; E. u. Gr. a. a. o.: 3