Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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- Rashi 1× ep/1002670
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10 in nachtalnmJischen Schriften, aber nicht im Talmudtcxte, und es ist bezeichnend, wie er selbst in aussertalmudischen Werken die vorgeschlagene Lesart nur an den Rand gesetzt hat, dass angemerkt wird, hier עשה לו קרניים an dieser oder jener Stelle hätte der ר״ת ein Hörnchen als Zeichen gesetzt, um auf die Lesart am Rande hinzuweisen (Or Sarua I No. 504). Es wird von ihm berichtet, dass er den sorgfältig geläuterten Talmudtext des Rab. Gerschom sich abgeschrieben habe, um sich für die eigentliche Leseart darauf berufen zu können (0. S. I 29 und 145). Der Einfluss dieser Strenge lässt sich erkennen: denn die auf ihn folgenden Tosafisten bemühen sich mehr, die alten Lesarten festzustellen und zur Geltung zu bringen, als neue Lesarten zu erfinden und aufzustellen. Ein neues Hülfsmittel stellte sich ihm wie auch seinem Bruder R. Samuel zu Gebote, denn Beide sind die Ersten in Nordfrankreich und Deutschland, zu denen die Commentare des Rab. Chananel und der Aruch des Römers Nathan b. Jechiel gelangten. Eine Kenntnis der erwähnten Commentare erhielten sie wahrscheinlich von Rom her, wo dieser geistige Schatz — noch hat man in der Gegenwart keine Zeit gefunden, an ihn näher heranzutreten und seine Goldkörner zu näherer Verwertung zu führen — ursprünglich aufbewahrt wurde, bis ihnen in unseren Tagen eine Erlösung aus des Klosters Tiefen zuteil wurde. Daher wird beim רשב״ם der Rab. Chananel mit איש רומי bezeichnet. Der Aruch war, wie ich dies gegen manchen Widerspruch festgestellt habe, Raschi noch nicht bekannt. Zwar wird in seinem Commentar zu 13 שבתb bei י״ח דבר eine Erklärung im Namen des Aruch citiert; allein in den anderen 6 Parallelen für י״ח דבר ist sie nicht vorhanden, und meine Vermutung, dass wir es im שבת-Commentar mit einer Interpolation zu tun haben, hat durch einen später erfolgten Einblick in den Münchener Raschi-Codex ihre Bestätigung erhalten.*) Wenn wir uns jetzt zu der eigentlichen praktischen Tätigkeit des Rab. Tarn wenden, so haben wir zuvörderst den offenen Blick anzudeuten, den Rab. Tarn für alle Verhältnisse des Lebens *) S. meine Schrift: Beiträge zur Geschichte der Raschi-Commentare Seite 4.