Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 789 (sequence 798)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow 789 Ich habe hier eine phi osophisch-logisdic Diskussion gehört, von der ich etwas mude bin; denn die Diskussion dauert schon sechs Jahre. Wenn man eine Sache gemacht hat, die schon eine Institution geworden ist, die den Regierungen der Welt gegenübersteht, ist es falsch, sich in Philosophien darüber einzulassen, was eigentlich ein „Nichtziomst" sei. Für mich, einen gewesenen Offiziosus der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, existiert das Wort: „Niditzionist" nicht, weil es nicht im Mandat steht. Im Mandat steht das Wort „Jewish Agency". Sie sind die Jewish Agency, und man kann von Ihnen sagen, was Napoleon einmal von der englischen Armee gesagt hat: „Die besten Soldaten der Welt, nur zu wenig." (Beifall.) Sie sind nicht nur zu wenig Soldaten, sondern zu wenig Offiziere, und Sie sind alle Offiziere ohne Soldaten. Das Problem des Wortes: „Nichtzionist" existiert für uns nicht. Für uns existiert die Jewish Agency, und die Jewish Agency hat Fortschritte gemacht, nicht so große Fortschritte wie die Alijah nach Erez Israel, aber immerhin Fortschritte. Es gibt auch eine Alijah des jüdischen Volkes in die Jewish Agency, und Sie werden es mir nicht übel nehmen, wenn ich die Hoffnung hege, daß nach dieser Alijah eine neue kommen wird von der Jewish Agency in den Zionismus. Eine Jcridah wird es bestimmt nicht geben, ein Zionhu wird bestimmt nicht in die Agency zurückgehen und aufhören, Zionist zu sein. Die heutige Tagung ist viel besser beschickt al* sonst. Die Agency ist eine gute Sache, sie wird sich langsam, systematisch und daher sicher entwickeln. Wer langsam geht, geht sicher. Di*.; Sache hat Leben in sich, sie hat aufgehört, eine künstliche Sache zu sein wie früher, und Sie müssen für den Ausbau der Jewish Agencv Sorge tragen. Iis bestehen zwar momentane Schwierigkeiten, aber ich bin sicher, daß die Zeit kommen wird, wo die Jewish Agency alle Elemente des Jüdischen Volkes vertreten wird, die auf demselben Standpunkt stehen, ich bin durch und durch Zionist, aber ich kann begreifen — und das i^t weder eine Verteidigung noch eine Beschuldigung —, daß es noch große Missen von Juden gibt, die die zionistische Ideologie nicht teilen, sondern Bedenken haben gegen den Eintritt in die Zionistische Organisation. Als Realpolitiker muß man feststellen, daß es solche Juden in großen Massen gibt. Diese Juden haben sich der Jewish Agency noch nicht angeschlossen. Solange diese Juden, deren Zahl sehr groß ist, und die den Standpunkt der sogenannten Nichtzionistcn annehmen, weder der Zionistischen Organisation noch der Jewish Agency angehören, fehlt uns eine Kraft, die für den Aufbau Erez Israels produktiv sein könnte. Ich stelle Ihnen meine ganze Kraft zur Verfügung, um auch in dieser Richtung zu wirken (Beifall), um Ihnen das zu schaffen, was der Englander „background" nennt, daß genau so, wie hinter der Zionistischen Organisation eine große Masse von Juden steht, auch in der Agency sich jene Massen zusammenschließen, die sich um den Aufbau von Erez Israel konzentrieren. Ich halte das für möglich und für eine große Aufgabe der Jewish Agency. Ob es auf dem Wege des Anschlusses von Individuen von Gemeinden oder Organisationen geschehen soll, ist ein sehr weites Feld. Meine künftige Arbeit wird aus zwei Teilen bestdien, sehen und dem kulturellen. Der organisatorische Teil ist mit der Aufbnn-