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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 788

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 788 (sequence 797)
Language
German, English, Hebrew
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788 4. Council-Sitzung: Generaldebatte aus Rücksicht auf die jetzt geschaffene Lage — Ihnen meinen herzlichsten Dank auszusprechen für Ihr Wohlwollen und das Vertrauen, mit dem Sie meine Arbeit, meine Anregungen und mein ganzes Wirken im Laufe der verflossenen Periode begleitet haben. Ich danke Ihnen von Herzen, wenn auch dieses mein neues Ehrenamt ein sehr zweifelhaftes Ehrenamt ist — nicht in bezug auf die Ehre — die Ehre ist sehr groß, und ich schätze sie sehr hoch —, sondern mit Bezug auf das, was man sonst, in anderen Kreisen, unter Ehrenamt versteht. Ich hab^ die Erfahrung, nicht aus meinem Leben, aber aus anderen jüdischen und zionistischen Ehrenämtern, daß man es nicht beim Ehrenamt beläßt. Wenn Sie also von mir erwarten, daß ich in einem Zustand von Untätigkeit verbleiben werde, so werden sie bitter enttäuscht sein. (Beifall) Die Schwierigkeit mit meinem Amt — ich will nichts verhehlen, Sie haben ja selbst davon gehört — bestand eben darin, daß ich noch arbeitsfreudig bin. Wäre ich wirklich schon altes Eisen, so bestünde gar kein Problem Sokolow, die Natur selbst hätte es einfach gelöst. Die Schwierigkeit mit meiner Person besteht eben darin, daß ich so leicht kein Ehrenpräsident sein kann, weil ich mitten in der Arbeit stecke. Ich kann mich politisch nicht desinteressieren. Ich bin derjenige, der sämtliche Deklarationen der Regierungen bis auf die englische bekommen hat. Ich stehe in Verbindung mit Tausenden von Menschen und Institutionen in der Welt, ich kann diese Verbindungen nicht zerreißen, nicht um meines Ehrgeizes willen, sondern im Interesse des Zionismus. Ich kann meine kulturelle Tätigkeit und mein literarisches Schaffen, in deren Mittelpunkt Zion steht, nicht aufgeben. Das war die Schwierigkeit. Und so wurde der Ausweg gefunden, den Sie hier zu bestätigen haben, mir das sogenannte „Ehrenamt" anzubieten, allerdings mit einem Postscriptunv, ich habe mich mit einer Kleinigkeit zu beschäftigen, mit dem Keren Hajessod. Was das bedeutet, werden viele von Ihnen wissen. Für midi bedeutete das unlängst einen Flug nach Südafrika. Man fragte midi, wie es mir gefallen habe. Nun, es gibt größere Genüsse auf der Welt. Wenn Sie am Äquator über den Viktoriasee fliegen, haben Sie zwei Elemente gegen sich, die Luft und das Wasser. Das ist nur ein Beispiel dafür, was mit der Arbeit für den Keren Flajessod in Verbindung steht. In Südafrika leben eben Juden, die gerade jetzt ein wenig Geld haben, nächstens wird es passieren, daß die Juden in Südamerika Geld haben werden. Das habe ich für den Keren Hajessod getan, bevor man mir noch das Etikett des Präsidenten gegeben hat. Jetzt als Präsident habe ich auch nicht die Absicht, midi in einen Klubsessel zu setzen und eine Präsidentenuniform zu tragen. Ich stehe jenseits von Dekorationen und Etikette. Ich schätze meinen neuen Titd sehr hoch ein. Das jüdische Volk hätte mir gar keinen größeren verleihen können. Aber ich betrachte das als Arbeit. Deshalb betrachten auch Sie meine Worte nicht als Abschiedsworte, sondern erlauben Sie mir, die zwei Worte aus der Journalistik zu gebraudien, an die ich als alter Journalist gewohnt bin. Sie heißen: „Fortsetzung folgt." Gönnen Sie mir diese Fortsetzung! Ich war verhindert, an all ihren Sitzungen teilzunehmen, und hörte nur mandien Widerhall. Erlauben Sie mir, Ihnen einige Ratschläge zu geben.

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