Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 785 (sequence 794)
- Language
- German, English, Hebrew
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Schon, Daiches 785 bewußt sind, die ihnen vom jüdischen Volke zuteil wurde. Auch da ist eine Hadischarah notwendig, eine Hachscharah des Herzens. Sehr häufig passiert es, daß man m das Haus eines reichen Mannes kommt und von seinen Augen ablesen kann, wie kalt sein Herz beim Geben für den Keren Hajessod bleibt. } Als eine wichtige Aufgabe der Jewish Agency stelle ich mir die Ausgestaltung der Ercz-lsracl-Tottristik vor. Wir sollten eine der größten nationalen Mizwoth die Alijah der Olej Regel, die Wallfahrt nach Jerusalem, wieder auffrischen. Das wäre eine große Aufgabe. Eine weitere Aufgabe ist die Propaganda durch. Zeitschriften und Broschüren, durch die man mit den Indifferenten in dauernder Verbindung bleiben muß. Und eine dritte große Aufgabe ist die Universität in Jerusalem. Sie muß das teuerste Kleinod im Kulturschatz der jüdischen (.Hinwart werden. Ich kann mir heute kein höheres Ideal für das ganze jüdische Rcniissancewerk denken als die Proklamierung der Universität in Jerusalem als das Eigentum des ganzen jüdischen Volkes. Darum muß die JcwMi Agency dafür sorgen, daß die Universität in Jerusalem eine nationale Universität werde. (Beifall.) DR. SAMUEL DAICHKS (Unland - spricht deutsch): Ich will kurz und nüchtern sprechen und nur einige Bemerkungen machen. Erstens möchte ich, daß die Jewish Agency dafür sorgt, daß das jüdische Erziehungswesen \\\ Palästina derart vergrößert und ausgestattet wrd, daß sämtliche jüdischen Kinder in Palästina in die jüdischen Schulen aufgenommen werden können. I i Palästina darf kein Raum für andere als iüai-chc Schulen sein, und ich h^ffc, daß die Exekutive die>er Fräse ihre volle Aufmerksamkeit schenkt. Zweitens: Hier sind scharfe Worte gegen die Bodenspekulation gesprochen vorden, insbesondere von Oberrabbiner Niemirower. Sicherlich ist die Bo~ ü'Tispekulation eine ungesunde Erscheinung. Aber sie ist psychologisch verständlich, und ich würde daher keine solchen verdammenden Worte verwenden. Ich habe in London Gelegenheit, von Zeit zu Zeit an Freunde für Spenden für Palästina zu appellieren, und da höre ich manchmal die Antwort: Warum soll ich Geld hergeben, wenn so viele -Menschen in Palästina viel Geld an Boden verdienen und keine Beiträge spenden? Ich will hier die Frage stellen: Ist das wirklich wahr? Dann müßte man hier Abhilfe schaffen, entweder durch eine Steuer auf die großen Verdienste durch Bodenkauf oder durch Einwirkung einflußreicher Leute. Die Frage muß aber vor allem ernst behandelt werden. Drittens: Mit der Entwicklung der Jewish Agency bin ich sehr zufrieden. Sie ist ja erst sedis Jahre alt und dazu hagelte es auf sie seit ihrer Gründung nur so nieder. Trotzdem hat sie sich entwickelt. Ich höre sehr gern die feurigen Reden von Mcrcminski, aber ich muß doch sagen, daß er die Sache hier nicht richtig behandelt hat. Die Jewish Agency ist dazu gesdiapn, das jüdische Volk für den Palästinaaufbau zu gewinnen. Die Zionistische Organisation wurde von Zionisten geschaffen, die Agency soll Zionisten schatten. Daher ist es notwendig, die Agency in ihrer Entwicklung nicht zu stören sondern sie zu stärken und sie auch moralisch groß zu machen. Man soll eine solche Propaganda entfalten, daß einmal alle Juden der Agency angehören, daß sie das gesamte jüdische Volk umfaßt. (Beifall.) 50