Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 784 (sequence 793)
- Language
- German, English, Hebrew
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784 4» Council-Sitzung: Generaldebatte allen Landern ausüben soll. Wir sollten in dieser Richtung weitergehen! In der Arbeit, die in Palästina geleistet wird, müssen zivei Grundzüge herrschen, damit unser Appell an das jüdische Volk den richtigen Widerhall finde: Stärkung und Festigung des für die jüdische Geschichte charakteristischen religiösen Geistes und gleichzeitig soziale Gerechtigkeit, Ich bin Nichtzionist und weiß, warum ich es bin. In meiner jüdischphilosophischen Weltanschauung gehe ich mit den Zionistcn auseinander. Aber in der Liebe für die Arbeit in Erez Israel sind wir geeint. Unter Wahrung von Freiheit der Anschauung und Überzeugung kann bei der praktischen. Arbeit eine wichtige Zusammenarbeit zwischen uns und den Zionistcn erfolgen. Die Agency ist heute das Symbol für die jüdische Einheit in der ganzen Welt. Wir müssen der ganzen Welt zeigen, daß die Juden, sowohl die Anhänger der nationalen Idee als auch die nicht-nationalen Juden, eine einzige Gemeinschaft sind zur Wahrung der jüdischen Ehre und des jüdischen Geistes und zur Schaffung der großen Möglichkeiten für diese beim Aufbau von Erez Israel. Was der Jischuw in Palästina schafft, ist nicht nur wegen seines materiellen Fortschritts von Bedeutung, sondern wir hoffen, daß auf der alten Scholle Palästinas etwas Neues für die Juden und die Menschheit entsteht. Ich freue mich, an dieser Tagung teilnehmen zu können, und verspreche, •daß wir in frohen und trüben Zeiten mit den Zionistcn am Aufbau Palästinas mitarbeiten werden. (Beifall.) PROF. DR. M. SCHORR (Polen — spricht deutsch): In der Debatte hat einer der Redner bemerkt, daß es bedauerlich ist, daß der Council der Agency nach dem Zionistenkongreß tagt. Kein Zweifel, daß das Gewicht und die Bedeutung des Kongresses auf uns lastet. Es wäre vielleicht richtig, wie Herr Warburg vorgeschlagen hat, daß der Council gleichzeitig mit dem Kongreß tagt. Ich möchte aber diese Gleichzeitigkeit tiefer fassen. Ich glaube, daß hier ein Parallelismus zwischen der Zionistischen Organisation und der Jcwish Agency vorliegt. Unsere Weisen sagen, daß der Parallelismus in dem Bibelvers „Gott wird Jerusalem wiederaufbauen, die Zerstreuten Israels vereinigt er", nicht nur ein „posthoc" ist, sondern einen tieferen Zusammenhang hat. Wir können die beiden Teile des Verses hier anwenden: der Aufbau Palästinas auf der einen Seite bedingt auf der anderen die Einheit des Volkes. Das Letztere aber ist Aufgabe der Jewish Agency. Man hat hier sehr oft über den Ausdruck „Nicbtzionisten" gesprochen. Ich glaube, daß man den Ton nicht auf das „Nicht", sondern auf „Zionistcn" legen muß. „Nichtzionisten" soll besagen, daß nicht eine Partei den Aufbau Erez Israels auf sich nehmen kann, sondern nur das ganze jüdische Volk. Wenn ich ein hebräisches W<*rt für die Jcwish Agency proponieren darf — das Wort „Sochnut Jehudit" scheint mir nicht zu entsprechen —, so wäre am besten „Sclilicbei Zion"; das ist ein historischer Begriff, und es wäre der höchste Titel für die Mitglieder der Jcwish Agency oder die Mitglieder der Verwaltung des Keren Hajessod. Ich habe die Ehre, an der Spitze des Keren Hajessod in Kongreßpolen zu stehen und muß bitter Klage darüber führen, daß sich die Mitglieder der Jewish Agency sehr oft nicht der Ehre