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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 782

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 782 (sequence 791)
Language
German, English, Hebrew
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782 4» Council-Sitzung: Generaldebatte Gründung der Emica aber muß als eine große Tat angesehen werden. Selbstverständlich soll die Emica möglichst innerhalb der Agency wirken, aber es ist der erste Fall, in dem es uns in den letzten Jahren gelungen Ist, die I.C. A. zu großen praktischen, wirtschaftlichen Arbeiten in Palästina heranzuziehen. Und nun zu dem Eigentlichen, weswegen wir uns hier versammelt haben. Ich bin mit Ihnen und mit mir selbst nicht zufrieden. Wir haben uns hier in einem für das jüdische Volk und für seine gesamte Existenz ernsten Moment versammelt. Vielleicht ist es der einzige Fall in unserer Geschichte, daß wir heute von ernster und wirklicher Arbeit für die Erfüllung unseres großen Strebens nach einer Wiederbelebung Erez Israels sprechen können. Bei dieser historischen Gelegenheit verhalten wir uns zu den wichtigsten Fragen, als ob es nebensächliche Fragen wären, als ob wir nur eine äußerliche Zeremonie mitmachten und die eigentliche Sache vergessen dürften. Wir stehen schon am Schluß, haben jedoch bisher noch nicht unsere wichtigsten Lebensfragen besprochen. (Beifall.) Eine große Immigration geht jetzt vor sich. Wir begrüßen sie alle als eine historische Erscheinung, an die niemand von uns vor vier oder fünf Jahren gedacht hat. Herr Dr. Ruppin hat Ihnen vorgestern erzählt, daß vor einigen Jahren niemand von uns daran glaubte, daß wir eine monatliche Einwanderung von 5000 Juden haben würden. Heute ist sie eine Tatsache, und vielleicht wird sie anhalten oder sich gar steigern. Es gibt objektive Möglichkeiten dafür. Geht die Einwanderung aber auf dem richtigen Weg vor sich? Geht die Einwanderung auf einem Weg, der sie künftighin vergrößern wird, oder auf einem Weg, der die Immigration verkleinern kann? Geht sie auf dem Weg, auf dem wir Erez Israel und das jüdische Volk aufbauen wollten, oder auf dem umgekehrten Weg? Ich wöhne schon Dutzende von Jahren in Palästina, und gerade in den letzten Jahren bin ich sehr besorgt um den gesamten Maßstab unserer Arbeit, sowohl der zionistischen Bewegung als auch der Bewegung der Agency. Wir treten an die Frage nicht mit dem richtigen Maßstab heran. Wir werden dafür in Zukunft teuer bezahlen. Wenn wir nicht alles unternehmen, daß die Landwirtschaft erweitert wird, daß das jüdische Volk aus einem Volke von Maklern und Krämern zu einem Volke physischer, landwirtschaftlicher Arbeit wird, dann haben wir unsere Pflicht nicht erfüllt und nicht das geleistet, was wir leisten sollten. (Beifall.) Vor 10 oder 15 Jahren, ja noch vor 5 Jahren hat man sich bei uns mit Tel-Aviv gebrüstet, Man sagte, es sei eine hundertprozentig jüdische Stadt. Wenn dagegen heute jemand aus dem Auslande auf zwei bis drei Tage nach Tel-Aviv kommt, dann will er schon überhaupt nicht mehr nach den Kolonien fahren; denn er hat schon das schlechte Beispiel von Tel-Aviv vor sich und glaubt, daß ganz Erez Israel so aussieht. Wenn es trotzdem gelingt, ihn nach den Siedlungen zu bringen, so erklärt er, er habe nicht gewußt, daß es zwei Palästina gibt. Und es gibt bereits zwei Palästina. Ich hätte viel darüber zu sagen, wie wir die Städte aufbauen müßten. Tel-Aviv hat an sich, wie ganz Palästina, objektive Grenzen: von der einen Seite das Meer — vielleicht wird ein so kluges Volk wie die Juden lernen, auch auf dem Meere zu siedeln —, von der anderen Jaffa, das sich gleichfalls ent-

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