Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 781 (sequence 790)
- Language
- German, English, Hebrew
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Leszczynski, Harzfeld. 781 Sidivcrsteckcn in Kellern. Die großen positiven Kräfte, die sich im jüdischen Volke angesammelt haben, gaben dIC Möglichkeit, eine Katastrophe in ein historisches Gluck zu verwandeln. Woher stammen diese positiven Kräfte? Von zwei großen psychologischen Bestrebungen ist die hebräische und jiddische Literatur im Laufe des 19. Jahrhunderts erfüllt. In dem Jahrhundert, da ein ständiger kultureller und wirtschaftlicher Aufstieg vor sieh ging, e;nc Emanzipation und Assimilation, die die Juden ah Nation desorganisierten, erfolgte auch eine Anhäufung von starken positiven Kräften, die in zwei großen psychologischen Tendenzen und Sehnsüchten, in einer nationaler: und einer 'sozialen, zum Ausdruck kamen. Es gibt kaum ein zweites Beispiel in der Weltliteratur, daß im Laute von vollen hundert Jahren, so viel Verachtung und Haß gegen Krämerturn und bodenlose Existenz von Luftmenschen gepredigt worden wäre, wie es in der hebräischen und jiddischen Literatur der Fall war. Ein gewaltiges soziales Streben nach Arbeit, nach physischer Arbeit hatte die jüdischen Massen erfaßt. Sie wölken sich fester und sicherer fühlen und nicht in der Luft hängen, k/me Vermittler und Makler mehr sein. Auch ein gewaltiges nationales Stn-ben harte dk Ma>scu ergriffen, das in verschiedener Form zum Ausdruck kam. hie Massen wollten ein Ende sehen der ewigen Wanderungen, die auch zu Kulvnrwaiidlungen reetührt hatten. Auch dieses große Streben hat die liebreiche und j'ddkche Literatur durchdrungen. Dies waren die zwei großen po>'r.ii> \ Ki'^ic, die der Zionismus auszunützen verstand, und so hat er eine Kata^rophc in ein Glück verwandelt. Ieli erlaube mir, gerade ai-f dieser T:ibüne zu seexn: Wer nur einen Teil die-es Strebens akzeptiert, nur das nationale oder nur «las soziale, wird unsere Arlv.it nicht befruchten. Beide Be trehaiijen emi eng miteinander verbunden. Ich preche nicht von Sozialhmuy, sondern von d t Umschichtung des Volkes in seinem Verhältnisse zur Arbck, von der Schaffung eines wirtschaftlich gesunden jüdischen Volkes — uvr Mi belnupn, wer die große Andeutung der Gerichte nicht versteht, uicV einsieht, daß mau zusammen mit der nationalen Wiederbelebung auch ein«- so/iah» Revolution im jüdischen Volke durchführen muß, wird unserer Arbeit nicht nur nichr nützen, sondern vielleicht sogar schaden. F.s muß ein Kampf geführt werden, um die aussterbenden landlosen Schichten mit den großen historischen nationalen und sozialen Bestrebungen zu verknüpfen, sie in ein gesundes jüdisches Volk,in ein Arbcitsvolk zu verwandeln. (JkijalL) Die Jewish Agency kann in eine schöpferische Kraft in der jüdischen Geschichte verwandelt werden, wenn sie diese Deutung der Geschichte, die Fland Gottes in der Geschichte verstent. (Beifall.) ABRAHAM HARZFELD (Zionist '— mit Beifall begrüßt, spricht jüdisch): Ich möchte zwei Bemerkungen voranschicken: Ich protestiere erstens dagegen, daß gestern abends keine Sitzung stattgefunden hat, und ich bin zweitens nicht mit allem einverstanden, was Mereminski h,er gesagt hat vor allem über die Gründung der Emica. Ich betrachte*J bedeutsamsten, gesunden Leistungen die in der l«tcn Zcij und zwar mit Hilfe des Emergencv-Fund, geschaffen worden ist. Über die Haltung des Emerge^ habe ich zwar manches zu sagen, die