Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 765 (sequence 774)
- Language
- German, English, Hebrew
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Feldmarin, Nicmirower 765 daß sich jemand um sie kümmert? Dürfen wir bei einer solchen Situation still dasitzen? Die Agency muß sich mit dieser Frage befassen. Ein elementares Schulsystem allein genügt jedoch noch nicht, um den Charakter der jungen Generation richtig zu bilden. In allen modernen Ländern werden Institutionen geschaffen, in denen die Jugend ihre freie Zeit angemessen verbringen kann. Gibt es in Palästina Institutionen, in denen die Jugend nach ihrer Arbeit ihre Zeit richtig verbringen kann? Wir sollten uns nicht darauf verlassen, daß unsere Jugend in Palästina von Idealismus erfüllt ist. Wenn wir ihr nicht die Möglichkeit bieten, sich auch in ihrer freien Zeit gesund zu entwickeln, müssen ernste Mißstände eintreten. Ich appelliere an die Exekutive, das elementare Erziehungsproblem in Palästina ernst zu untersuchen, um die heute bestehenden Lücken auszufüllen; sie möge ferner die Institutionen schaffen, die man für die soziale Hilfe braucht. Wir selbst aber müssen alle das Maximum leisten, um sowohl durch Mitarbeit als auch durch Beiträge den Aufbau des jüdischen Nationalheims in Palästina zu fördern. (Beifall.) OBERRABBINER DR. J. NIEMIROWER (Rumänien — spricht deutsch): Ich möchte zunächst ein Wort Dr. Ruppins unterstreichen, der darauf hingewiesen hat, daß die Erweiterung der Jewish Agency etwas Großes für die ganze Judenschaft geworden ist. Als die Erweiterung der Jewish Agency vollzogen wurde, war ich noch ein Gegner dieser Idee, aber ich überzeuge mich immer mehr und mehr, daß diese Institution, welche Zionisten und Nichtzionisten vereinigt, von ungeheurem Wert ist. Ich glaube an die Zukunft dieser Institution. Alle, die sich am Aufbau Palästinas beteiligen wollen, werden diesen Weg gehen müssen; auch die Agudisten, auch — ich will das Paradoxon aussprechen — der Mann, der jetzt eine neue zionistische Organisation gründen will und der wohl der größte Feind der Erweiterung der Jewish Agency war, wird gezwungen sein, wenn er den Weg zurück suchen wird, durch die Jewish Agency zu gehen. (Beifall.) Die Jewish Agency muß sich aber auch betätigen, und zwar nicht nur hier auf dieser Tagung — denn diese Versammlung macht eigentlich nur den Eindruck eines Epilogs zum zionistischen Kongreß, und, da die zionistischen Mitglieder sehr müde sind, eines etwas schläfrigen Epilogs —, sondern auch außerhalb dieser Versammlung, indem sie uns neue Kräfte und Säfte zuführt. Der Weg dazu ist der Keren Hajessod, wie Dr. Hantke ausgeführt hat. Ich bin zwar nicht so optimistisch wie er, bin aber davon überzeugt, daß in dieser Beziehung viel mehr geleistet werden kann und geleistet werden muß als bisher. Man muß freilich den Keren Hajessodzahlern auch etwas bieten. Ebenso wie der Schekelzahler das Recht hat, zum Kongreß zu wählen, muß dem Keren Hajessodzahler das Recht gegeben werden, zu diesem Council seinen Vertreter zu wählen. An einzelnen Orten ist dies geschehen, z. B. in der Bukowina durch Herrn Ritter von Anhauch, aber das müßte systematisch durchgeführt werden. Auch diese Beratung hier müßte sich auf mehr und andere Fragen erstrecken, als es bisher geschehen ist. Auch die kulturell-erzieherische Arbeit in Erez'lsrael sollte hier behandelt werden. Hier müßte auch ein Referat