Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 766 (sequence 775)
- Language
- German, English, Hebrew
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766 j. Council-Sitzung: Generaldebatte über Kultur und Erziehung gehalten werden. Unser großer Dichter Schalom Asch sprach hier von dem „Jeruschalajim schel maalah", während wir sonst hier eigentlich nur von dem „Jeruschalajim schel mattah" reden hörten. Auch die Nichtzipnisten, welche in der Diaspora für das Verhältnis zur Kultur andere Maßstäbe haben als die Zionisten, müssen in Palästina für Vertiefung der jüdischen Kultur und Verbreitung der hebräischen Sprache sein. In diesem Punkte vereinigt die erweiterte Jewish Agency alle Schattierungen im Judentum, Zionisten, Nichtzionisten und sogar Antizionisten. Unsere Beratungen sollten auch die ethische Seite der Bewegung im Auge behalten. Ich glaube daher, daß Mittel und Wege gefunden werden müssen, um gegen jene Juden aufzutreten, welche in Palästina Bodenspekulation betreiben und so im Heiligen Lande den Namen des jüdischen Volkes schänden. Selbstverständlich wird es auch in Palästina Sünder geben. Die Hauptrichtung unserer Bewegung aber muß eine moralische sein. Wir wollen in Palästina das prophetische Judentum aufbauen, wir wollen Chaluzim des Geistes und der Seele haben, auf daß der jüdische Name im Heiligen Lande geehrt werde. In der bitteren Zeit, in der wir leben, in der wir der Leiden unserer verfolgten Brüder in Deutschland gedenken und die Beleidigung unserer Lehre entrüstet zurückweisen, können wir unseren Feinden nur eine Antwort geben: den Aufbau in Erez Israel auf den Grundlagen der Ethik des Judentums. Die Feinde unseres Volkes können einzelne Individuen und Gruppen vernichten, nicht aber den jüdischen Geist, der seine Stellung in der Welt behaupten wird, können unter keinen Umständen den Geist des Judentums in uns vernichten. Die bedeutsamste Emanation des Judentums in unserer Epoche aber ist der Aufbau von Jeruschalajim schel mattah und schel maalah. (Beifall.) BARNETT JANNER (England — spricht englisch): Ich möchte als einer der Delegierten aus dem Lande der Mandatarmacht einige Worte sagen, die sich auf die Mandatarmacht beziehen, einerseits um unsere Anerkennung auszudrücken für das, was geschehen ist, und um andererseits Kritik daran zu üben, was uns noch nicht gegeben wurde und was wir in der Zukunft erwarten. Da das britische Volk dem Aufbau Erez Israels immer, mehr Aufmerksamkeit schenkt, hoffen wir, daß eine volle Verständigung zwischen uns und der Regierung erzielt werden wird. Beim Aufbau Erez Israels sollten wir eines nicht vergessen: der alte jüdische Geist, der den Juden in den bösen Zeiten des Mittelalters gegen die schwersten Angriffe geholfen hat, ist uns nicht nur in der Diaspora erhalten geblieben, sondern auch jetzt in Erez Israel, und er wurde eine der Grundlagen des jüdischen Nationalheims. Tausende und Zehntausendc von Juden, die in den verschiedenen Ländern den ärgsten Feindseligkeiten ausgesetzt sind, suchen in Palästina Zuflucht und schaffen dort durch ihre Fähigkeiten, ihre Energie und Hingabe das, was bisher in Palästina überhaupt geschaffen wurde. Das sollten wir den Nichtjuden zeigen, damit sie unsere Arbeit kennen lernen. Ich habe zu einem Besuche in Palästina einige der Vertreter der öffentlichen Meinung in England mitgenommen. Der Zweck war, ihnen zu zeigen, was das jüdische Volk leisten kann. Jeder, der