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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 764

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 764 (sequence 773)
Language
German, English, Hebrew
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764 j. Council-Sitzung: Generaldebatte Jude trägt heute auf seinen Schultern das große Unglück, das dem deutschen Judentum widerfahren ist. Er aber steht ungerüstet da, ganz anders als seine Großeltern, die vom Glauben durchdrungen waren. Er hat nur mit dem realen Leben zu tun. Wir, die wir in der russischen Hölle gelebt hoben, erinnern uns noch daran, wie im Jahre 1912 zwölf russische Bauern über den jüdischen Gott zu Gericht sitzen wollten. Wir haben mit eigenen Augen gesehen, was jetzt aus diesem Rußland geworden ist. Wir haben für Rosch Haschanah folgendes Gebet, das ich als eines der heiligsten betrachte: „Schließen wir uns alle zu einem Bunde zusammen, um Deinen Willen mit ganzem Herzen zu erfüllen." Und weiter heißt es in diesem Gebete, daß dann Bosheit aus der Welt verschwinden werde. Laßt uns hoffen, dal? diese Verheißung in Erfüllung geht! (Lebhafter Beifall.) DR. ISRAEL FELDMANN (England — spricht englisch): Ich möchte mich zunächst dem Danke anschließen, den Lady Erlcigh der Exekutive für ihre interessanten Berichte ausgesprochen hat. Sodann möchte ich einige Bemerkungen machen. Die Organisation, die mich hierher delegiert hat, die an der Arbeit der Agency sehr interessiert ist und sich mit der Beschaffung der Mittel befaßt, die der Agency für ihre Arbeit durch den Keren Hajessod zur Verfügung gestellt Werden, hat mich beauftragt, folgende Frage zu stellen: Das Erziehungswerk, das aus Mitteln der Agency geschaffen wurde, wurde auf den Waad Leumi übertragen. Der Waad Leumi unterstützt jedoch angeblich die Schulen der Histadruth, die antireligiös sind. Ich lege Ihnen diese mir von meiner Gruppe aufgetragene Frage vor, ohne persönlich zu ihr Stellung zu nehmen, möchte jedoch eine autoritative Antwort erhalten, wie sich die Dinge wirklich verhalten. Eine zweite Frage: Es ist Aufgabe der Agency, den Aufbau des jüdischen Nationalheims in Palästina in jeder Richtung zu fördern. Wir hören von verschiedenen Plänen und Erörterungen über die Entwicklung der Landwirtschaft, über die Bedeutung von Wasseruntersuchungen, über die Notwendigkeit, neue Absatzmärkte zu finden und anderes mehr. Es gibt aber einen Teil der Arbeit, der vernachlässigt wird, und wenn das so weiter geht, wird unser ganzes Werk, so gesund es wirtschaftlich auch sein und so hoch es auch geistig stehen mag, untergraben. Ich spreche von der sozialen Hilfe, mag sie nun Kinder betreffen, die in Palästina geboren sind, oder diejenigen, die mit ihren Eltern nach Palästina eingewandert sind. Wir können eine aufblühende Wirtschaft haben, aber solange wir nicht eine sozial gesunde, hygienisch kräftige Bevölkerung haben, wird unser Werk keinen Bestand haben. Die Fragen der sozialen Hilfe und der sozialen Hygiene bereiten der gesamten westlichen Zivilisation große Sorgen. Wie steht es in dieser Hinsicht in Palästina? Leider sehr traurig. Es ist eine der wichtigsten, unaufschiebbaren Aufgaben der Agency, sich damit zu befassen, wenn wir in Palästina ein gesundes jüdisches Nationalheim aufbauen wollen. Das System des elementaren Erziehungswesens muß erweitert werden, damit nicht Kinder und Mädchen ohne jede elementare Schulbildung aufwachsen. Stimmt es, daß Knaben und Mädchen mit 11 oder 12 Jahren die Schulen verlassen und in großer Zahl auf den Straßen herumlungern, ohne

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