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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 763

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 763 (sequence 772)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Asch 763 hon oder eine Million aufnehmen kann und sie dort ihre Existenz finden. Erez Israel kann nur dann zu unserem geistigen Vaterland werden, wenn es dort ein rein idealistisches, heiliges, bescheidenes, puritanisches, chaluzisches Leben gibt. Wenn ein judischer Arbeiter nach Erez Israel fahren will dann muß er zwei bis drei Jahre allerhand Mühsal durchmachen, in ein entlegenes Dorf gehen, hungern und Not leiden, er muß die Hachscharah durchmachen, um ein Zertifikat zu bekommen. Ich schlage Ihnen vor, auch für Kapitalisten eine Hachscharah einzuführen. (Beifall.) Warum sollte man nicht eine solche Ausbildung und Vorbereitung für die Menschen einführen, die bisher dem Ideal fernstanden, irgendwie iooo Pfund zusammengebracht haben, die nun ein Wohlleben in Palästina führen wollen und dort alles mögliche Üble tun, den Namen des Landes beschmutzen? Der Geist der Chaluzim muß in Ercz Israel erneuert werden, Ihr müßt Ercz Israel wieder den Glanz verleihen, den es einst hatte! (lebhafter Beifall.) Der große chassidische Führer Rabbi Jizchak Levi Berdyczewer sagte einst: „Juden, dient Gott so, wie ihr euren Frauen und Kindern dient! Wenn man für die eigene Familie Brot braucht, läßt man sich hie und da zu einem Kompromiß herbei, man lügt sogar manchmal, um der Existenz der Familie willen. So sollt ihr auch Gott dienen!" Es gibt Leute, die um ihrer Familie willen Kompromisse schließen, doch wenn es sich um Gott handelt, dann soll alles nach ihrem Willen hundertprozentig heilig sein. Das gleiche gilt auch für Erez Israel. Dort wird gebaut und geschaffen, das kann natürlich nicht das Allcrhciligste sein. Es kommt auf die kleinen Dinge des täglichen Lebens an. Wir erwarten aber von den Chaluzim, daß sie Erez Israel den Glanz und den Enthusiasmus wiedergeben, den es einst besaß. Dies soll aber nicht erst in Erez Israel beginnen, sondern schon bei den Juden in der Galuth. Eine jüdische Legende erzählt, wenn der Messias kommt, werde sidi Ercz Israel über die gesamte Welt ausbreiten. So soll es auch jetzt sein. Erez Israel soll bereits in unserem bitteren Leben in der Galuth beginnen. Wir leben jetzt in einer düsteren Zeit für das jüdische Volk, uns stehen alle Versuchungen bevor, die unsere Eltern zu überwinden hatten; wir stehen aber in der Welt ohne Glauben, ohne das Bewußtsein des Judentums. Der klare Begriff, warum wir Juden sind, muß wieder im jüdischen Leben erneuert werden. Es ist wichtig für unsere Existenz, für den Aufbau von Erez Israel und für die gesamte Zukunft des jüdischen Volkes, daß ein neues kulturelles Leben im jüdischen Volke^ beginne, eine Aufklärungsarbeit nicht nur nach außen, sondern auch nach innen, für uns und für unsere Kinder. Es muß eine Literatur geschaffen werden, die unseren jüdischen Geist stärkt und uns erklärt, was Judentum ist. Wenn es jemandem schlecht geht, dann ist es üblich, daß die anderen ihn ganz zu Boden drücken. Bis vor einigen Jahren wurden die deutschen Juden bei uns sehr hoch geschätzt, haben sie doch in ihren Reihen Manner wie Einstein, Ehrlich und andere aufzuweisen. Seit aber das Unglück über die deutschen Juden gekommen ist, hören wir ganz andere Tone: Die deutschen Juden haben sich unser geschämt und uns „Ostjuden genannt^ sieselbst waren es, die Unterschiede zwischen Juden und Juden machten. Dieser Einstellung zu den. deutschen Juden trete ich entseh^J^^ Für mich sind heute die deutsdien Juden Heilige! (Beifall) Jeder deutsche

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