Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 752 (sequence 761)
- Language
- German, English, Hebrew
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752 2. Council-Sitzung: Einwanderungs-Referat DIE VERWANDTENEINWANDERUNG. Audi die Verwandtenimmigration hat sehr viel Positives für sich. Denn sie ist eine natürliche Einwanderung, die zum großen Teil unabhängig ist von der Zahl der Zertifikate. Es gibt im palästinensischen Immigrationsgesetz eine Bestimmung, die es ermöglicht, Verwandte gewissen Grades nachkommen zu lassen, also relativ unabhängig von den Schwankungen des Schedule. Jedoch hat diese Immigration auch Nachteile. Sie ist nicht ausgewählt, wir haben darüber keine Kontrolle, und trotz dem ungeheuren Drück der Galuth auf Palästina müssen wir gerade im Interesse der möglichst großen Aufnahmefähigkeit Erez Israels auf dem Prinzip der Selektion auch in Zukunft bestehen. EINWANDERUNG VON JUDEN AUS DEUTSCHLAND. Die Zentralstelle für Ansiedlung deutscher Juden, an deren Spitze Dok tor Weizmann steht und die in Erez Israel von Dr. Ruppin, Dr. Georg Landauer und mir geleitet wird, hat es sich zur Aufgabe gesetzt, dieser Kategorie von Einwanderern, die unter etwas anderen Verhältnissen irr, Land kommen, Hilfe zu leisten und ihnen die Einordnung zu erleichtern. Denn die Situation dieser 2J.000 Juden aus Deutschland, die in den letzten 2 Jahren nach Palästina gekommen sind, war wirklich etwas anderes a! die Situation der sozusagen normalen Immigranten. Die deutschen Juden fanden in Palästina nur eine geringe Anzahl von Juden aus Deutschland und deutschsprechenden Ländern vor. Die natürliche Aufnahmestellung, die die große Masse der jüdischen Bevölkerung den Neueinwanderern aus Ost europa bietet, fehlte ihnen bis zu einem gewissen Grade. Obwohl der palästinensische Jischuw im Augenblick der deutschen Katastrophe materiell und geistig ungeheuer viel für die deutschen Juden geleistet hat — ich will daran erinnern, daß in Erez Israel unter Leitung von Frau Szold ein Betrag von gegen 50.000 Pfund für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina gesammelt wurde —, war es doch notwendig, diesem etwas unelastischen Element, das in einer <*anz bestimmt geordneten Welt gelebt hatte und jetzt in eine neue Umgebung kam, eine gewisse Aufnahmcstellung zu verschaffen. Wir haben das versucht durch Hilfe des Jischuw, durch Zusammenarbeit mit dem Waad Lcumi, durch Schaffung einer besonderen Abteilung der Jewish Agency für die deutsche Einwanderung und durch Selbsthilfe der Immigranten. Ich glaube sagen zu können, daß es im großen und ganzen durch das ehrliche Bemühen beider Seiten gelungen ist, diese Akklimatisierung und Amalgamierung sowie die innere Verbindung der neuen Emigrantenwelle aus Deutschland mit dem Jischuw herbeizuführen. (Lebhafter Beifall.) Die Einwanderer aus Deutschland sind sicher in Verhältnisse ungewohnter Natur gekommen. Bei dieser Umstellung mußten Schwierigkeiten entstehen. Es scheint mir aber, daß guter Wille, Gründlichkeit, Fachkenntnisse und Kapital doch dazu beigetragen haben, die Anpassung und Einordnung in einer zufrieden teilen den Weise zu ermöglichen. Sie haben heute von Miß Szold von der besonderen Arbeit gehört, die für die Alijah der jüdischen Jugend aus DeutsdAand geleistet wurde. Dazu nur einen Satz, ein Wort des Dankes an diese unge-