Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 751 (sequence 760)
- Language
- German, English, Hebrew
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1 Senator 751 Frage der Lenkung der sehr großen Kapitalien, die in den letzten Jahren nach Palästina geflossen sind, hat uns vor sehr bedeutende Aufgaben gestellt Man hat oft behauptet, daß die Arbeit der nationalen Fonds ganz verschwindend wäre im Verhältnis zu den großen Beträgen, die das Privatkapital seit vielen Jahren in .Palästina investiert. Das nationale Kapital repräsentiert durch Keren Hajessod, Keren Kayemeth, Pica, P. L. D. C. ist sicherlich summenmäßig viel kleiner als das Privatkapital. Aber — und das haben wir gerade bei der letzten Immigration gesehen — das nationale Kapital kann die Kristallisationspunkte schaffen, um die herum das private Kapital sich konzentrieren kann. Es kann in einem gewissen Umfang dem privaten Kapital Richtung geben. Wenn die Allgemeine Hypothekenbank, die P. L. D. C, die Ruthenberg- und Nowomejsky-Gesellschaft in den letzten Jahren große Summen vom privaten Kapitalmarkt bekommen haben, so war das nur möglich, weil von Anfang an in diese Gesellschaften nationales Kapital investiert wurde und damit den großen palästinensischen WiVtschaftsunternehmungen eine gewisse Richtung gegeben, eine privatwirtschaftlich mögliche Basis geschaffen wurde. LANDWIRTSCHAFTLICHE SIEDLUNGSPOLITIK. Es ist hier nicht der Ort, auf alle Fragen einzugehen, die mit dem Kapitalimport und der Prosperity zusammenhängen. Nur einige Worte über die Frage unserer landwirtschaftlichen Siedlungspolitik in diesem Zusammenhange. Wir zahlen für unsere große Immigration nach Palästina zurzeit einen sehr hohen Preis. Ein großes Bevölkerungswachstum in irgend einem Lande vollzieht sich heutzutage in einem Wachstum der Städte. Die Landwirtschaft braucht eine gewisse Zeit, um mehr Menschen zu absorbieren. Die Städte nehmen die Menschen in Industrie, Handel und Verkehr schneller auf. Bis zu einem gewissen Grade wird, solange wir eine so große Immigration haben, der Prozeß der Urbanisierung in einem gewissen Umfange unabwendbar sein. Wir werden Mittel zu ergreifen haben und haben auch schon Mittel ergriffen, um von dieser großen Immigration einen wesentlichen Teil aufs Land zu bringen. Jetzt zum ersten Male wieder seit vielen Jahren haben wir auch eine große Mittelstandskolonisation in der Landwirtschaft. Wir haben versucht, diese Mittelstandskolonisation durch Beratung, Schaffung von Hilfseinrichtungen und Kredit zu fördern. Ich wünsche und hoffe, daß Seite an Seite mit der Arbeit der Kolonisation, die heute auch ein Niveau erreicht hat, von dem aus sie kreditfähig für Privatkapital wird, eine Kolonisation des selbstarbeitenden jüdischen Mittelstandes vor sich gehen wird. Wir haben in den letzten Jahren sehr hoffnungsvolle Ansätze dazu, besonders seit der Emigration aus Deutschland, zu verzeichnen. Immigration kann nicht einfach Transport sein. Immigration nach Erez Israel beißt verwurzeln, geistig und materiell in der Wirtschaft des Landes verwurzeln. Ich möchte behaupten, daß immer noch eine der sichersten Verwurzelungen in dieser palästinensischen Wirtschaft auch für den Mittelstand und vielleicht gerade für ihn die Verwurzelung der Landwirtschaft ist, weil sie immer noch am meisten krisenfest istin y