Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 753 (sequence 762)
- Language
- German, English, Hebrew
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Senator 753 wohnliche Frau die sich die Überführung der jüdisdicn Jugend aus Deutschland jetzt zur Aufgabe gemacht hat und sie in einer Weie löst, vor der wir uns alle schweigend verbeugen sollten. (Lebhafter Beifall.) Unter den deutschen Juden war der Prozentsatz der Kapitalisten bis zur letzten Zeit relativ hoch. Diese Tatsache hat es ermöglicht, daß diese Kapitalisten gleichzeitig eine relativ große Anzahl arbeitender Elemente aus Deuts Aland mit sich ins Land bringen konnten. Es ist eine erfreuliche Tatsache, daß ein sehr bedeutender Teil der Alijah aus Deutschland Arbeiterelemente sind und daß von diesen wieder ein sehr bedeutender Teil, itf'cy aufs Land gegangen ist. Die deutschen Juden haben für Palästina in Industrie, Handel und Landwirtschaft Wichtiges geleistet und können noch viel leisten. Aber ich glaube, daß Palästina für die deutschen Juden mehr geleistet hat, als irgend ein anderes Land leisten konnte. Zahlenmäßig gibt es kein anderes Land, das 25.000 Juden aus Deutschland absorbieren konnte. Vielleicht hat es sie aufgenommen — auch dafür sind wir dankbar, besonders den an Deutschland grenzenden Ländern —, aber organisch verwurzelt zu werden, das war in keinem anderen Land möglich. Palästina ist Jas einzige Land, in dem diese Menschen, die zerbrochen hinkommen, die Chance finden, sich materiell, aber auch — und das ist das Entscheidende — seelisch wieder eine Heimat zu bereiten. Die Emigration nach Palästina ist nicht nur der Ausdruck einer tiefen PMästinasehnsucht, sondern auch der Ausdruck der Lebenskraft des jüdischen Volkes, dieses Volkes, das unter einem außerordentlichen Druck lebt, das früher versucht hat und zum Teil auch noch heute versucht, in einer romantischen, vielleicht illusionistischen Erlösungsschnsucht sich irgend etwas vorzustellen, was einmal die Befreiung aus dieser Not bedeuten wird. Heute nun ist dieser Traum, diese Romantik und Illusion eine Wirklichkeit im jüdischen Leben. In einem Zeitpunkt, wo Zehntausende nach Palästina gehen, wo es unter diesen Massen, die unter einem ungeheuren Druck leben, in jedem Städtchen Verwandte von Leuten gibt, die in Palästina leben, wo es ein seelische* Fest und eine Befreiung ist, wenn ein Mitglied der Familie nach Palästina i;eht, in dieser Zeit hat die Romantik einen realen Ausdruck gefunden. PALÄSTINA DIE GROSSE GEMEINSAME AUFGABE. Aber es ist mehr als das. Ich sagte es schon: im April 1933gönnte Palästina zwar nicht die Fra^e der deutschen Juden lösen, aber die latsache der Existenz Palästinas, die Existenz der Rudimente eines jüdischen Nationalheims in Erez Israel, die Tatsache eines Zentrums, einer Heimat für Heimatlose, hat damals dem Judentum in Deutschland eine außerordentliche Kraft gegeben, eine Kraft, ohne die der Schlag vielleicht tödlich gewesen wäre. Dieses Erez Israel ist nicht nur eine Heimat für die vielen Tausende von Emigranten, die in den letzten Jahren gekommen sind und in den nächsten kommen werden. Es ist heute ein geistiges Zentrum des ganzen Judentums geworden. Palästina ix die große gemeinsame Aufgabe «Her lsen geworden, all der Juden, die in Palästina das nationale Heim schaffen wollen. Der entscheidende Faktor für die Bedeutung unserer Ar- 4S