Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 750 (sequence 759)
- Language
- German, English, Hebrew
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2. Council-Sitzung: Einwanderungs-Referat für das Schicksal von Flüchtlingen, von armen und bedrückten Menschen haben. Ich bin nach einer sorgfältigen Prüfung dieser Beschwerden der Ansicht, daß sie im großen und ganzen nicht berechtigt sind. Wenn wir in Palästina eine nationale Heimstätte schaffen und das Land für eine möglichst große Zahl von Einwohnern aufnahmefähig machen wollen, müssen wir dafür sorgen, daß die Wirtschaft Palästinas und der Jischuw stark seien, damit sie auch die sozialen Schwierigkeiten und Lasten, die sie mehr als ein anderes Land haben, tragen können. Ich erinnere daran, daß trotz der wachsenden Regierungshilfe die Last fast des ganzen Schulwesens von diesen 350.000 Juden getragen wird, daß alle Ansätze und der Ausbau der sozialen Fürsorge abhängig sind von diesem Jischuw. Heute schon wird die medizinische Versorgung in einem außerordentlichen Ausmaß vom Jischuw selbst getragen. DIE VORBEREITUNG DER EINWANDERER. Deshalb ist die Forderung der Jewish Agency nach Selektion und Vorbereitung der Emigranten absolut berechtigt, und wir werden auf diese Vorbereitung der Einwanderer, soweit sie unter unserer Kontrolle stehen, nicht verzichten können. Ich bin keineswegs blind dagegen, daß unsere Hachsebarab, die Vorbereitung der jungen Einwanderer, noch nicht ideal ist. Wenn wir auch viele Tausende von jungen Menschen in Vorbereitungsgnippen haben, so haben wir damit für sie und für Ercz Israel noch lange nicht alles getan, was wir tun können und wozu wir verpflichtet sind. Si/ werden Gelegenheit haben, in der Immigrationskommission mehr über die Leiden der Hachsdiarah zu hören. Wenn Sie hören werden, daß in vielen Orten diese Hachsdiarah im wesentlichen eine Vorbereitung zum Leiden und zur körperlichen Arbeit, zu einem Leben unter ungeheuer schwierigen Verhältnissen ist, daß aber wenig getan wird, um eine landwirtschaftliche oder fachliche Ausbildung zu erzielen, werden Sie sagen, daß wir alle unsere Pflicht gegenüber der jüdischen Jugend und gegenüber Erez Israel vernachlässigt haben. Gerade Gruppen und Organisationen, die auch von Ihnen vertreten werden, wie der Joint, die Pica und andere, aber auch lokale Stellen für jüdische Fachbildung hätten viel mehr tun können und müssen, um allgemein ein neues Geschlecht heranzuziehen, das beruflich vorbereitet ist und wirklich Erez Israel mit seinen Kenntnissen, seinen Erfahrungen und seiner fachlichen Vorbreitung aufbauen kann. EINWANDERUNG VON KAPITALISTEN. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, daß die gegenwärtige Immigration erst die zweite Welle einer großen Kapitalisteneinwanderung nach Palästina ist. Wir hatten eine solche Welle schon im Jahre 1925. Aber zwischen damals und heute gibt es erhebliche Unterschiede. Die neue Kapitalisteneinwanderung hat ganz neue Anforderungen an die Jewish Agency und unsere Wirtschafts- und Immigrationspolitik gestellt. Durch die Kapitalistenimmigration sind in Erez Israel eine ganze Reihe neuer Bedürfnisse und Anforderungen entstanden, die vorher nicht vorhanden waren. Die