Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 749 (sequence 758)
- Language
- German, English, Hebrew
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Senator 749 DIE FRAGE DER BEFÖRDERUNG. Das Transportgeschäft. nach Palästina ist heute eine große Einnahmequelle der Schiffahrtsgesellsdiaften geworden. Es gab eine Zeit, da die italienischen Linien ihre Wochenfahrten auf 14-Tag-Fahrten herabsetzten. Heute vergeht kaum ein Tag, an dem nicht reguläre Schiffe Immigranten nach Pakstina bringen. Es verkehren polnische, italienische, französische, rumänische Schiffahrtslinien, und wir haben auch bereits eine eigene palästinensische Linie. Zu bemerken ist, daß noch keine englische Linie darunter ist. Es ist zweifellos, daß die Frage der nationalen Förderung der Immigration und die Frage der Touristik eine wichtige Rolle in unserer Arbeit spielen werden. Wir hatten noch vor drei Jahren mit einer Einwanderung von 10.000 zu rechnen, darunter 6000 Chaluzim. Heute stehen wir vor viel schwierigeren Aufgaben, und ich halte es für meine Pflicht, an dieser Stelle der hingebungsvollen Arbeit unserer Beamten zu gedenken, welche tagaus tagein damit zu tun haben, die Immigranten möglichst schnell vom Schiff aufs Land zu bringen. Es ist unbedingt notwendig, diesen administrativen Apparat auszubauen. Die Palästinaämter leisten eine ungeheure Arbeit, sie sind wirklich die Konsulate der jüdischen Gemeinschaft, die Stellen, an die sich unsere Menschen in ihrer Not wenden und wo sie wirkliche Förderung erhalten. Es ist unbedingt notwendig, die Organisation dieser Palästinaämter auszubauen. (Lebhafter Beifall.) DIE FÜRSORGE FÜR DIE EINWANDERER. Die Immigrantenfürsorge war früher ein ziemlich einfaches Problem. Iis kamen junge Menschen, sie blieben einige Tage im Immigrantenheim und gingen dann zur Arbeit. Schwierig wurde es nur dann, wenn der Markt nicht aufnahmefähig war. Heute stehen vor uns ganz andere Probleme. Bei einer Immigration von 50.000 bis 60.000 Menschen jährlich ist ein gewisser Prozentsatz sozial bedürftiger Fälle unvermeidbar. Diesen Menschen muß geholfen werden. Schwierigkeiten macht in sozialer Hinsicht natürlich auch die Familienimmigration. Familienväter lassen sich nicht so im Lande herumschicken wie junge Menschen, auch spielt das Wohnungsproblem eine große Rolle. Ich möchte an dieser Stelle eine Klage vorbringen, und ich freue mich, daß Vertreter des Waad Leumi hier sind, an die ich sie richte: In allen Ländern der Welt, wo es eine jüdische Immigration gab, hat es Empfangskomitees der lokalen Judenheit gegeben. Die Versuche, etwas derartiges in Erez Israel zu organisieren, haben noch nicht den richtigen Erfolg gehabt. Das Problem der sozialen Fürsorge liegt, überhaupt noch sehr im argen. Wir haben jetzt im Zusammenhang mit den Arbeiten für die deutsche Abteilung versucht, gewisse Ansätze zu schaffen, und ich bin dankbar dafür, daß'diese Versuche beim Waad Leumi auf große Bereitschaft gestoßen sind. Ich hoffe, daß sich daraus eine geordnete soziale Fürsorge entwickeln wird. . Man hört in den Kreisen der Nichtzionisten oft die Meinung, daß die Palästinaämter und die Exekutive in der Auswahl der Emigranten zu streng seien, daß sie ältere Leute nicht gern ins Land hineinlassen, daß sie grausam und zu sehr auf das Interesse des Landes bedacht seien und kein Verständnis