Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 748 (sequence 757)
- Language
- German, English, Hebrew
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748 2. Council-Sitzung: Einwandemngs-Referat strengungen konzentrieren sich zunächst einmal darauf, möglichst viele Juden nach Palästina zu bringen und sie im Lande zu verwurzeln. Dieses Ziel einer großen Immigration bestimmt in einer außerordentlichen Weise den Charakter des Landes, nicht nur den wirtschaftlichen, sondern auch den geistigen. Das ist auch der Grund, warum wir in Erez Israel Erscheinungen antreffen, welche denen in Amerika während der Jahre der großen Immigration ähnlich sind. DER UMFANG DER EINWANDERUNG. Ich will die Zahlen über die Einwanderung, die Sie in unseren Berichten finden, nicht wiederholen. Nur soviel sei hier hervorgehoben, daß in den letzten ilj2 Jahren bis zum i. Juli dieses Jahres etwa 105.000 Juden eingewandert sind. Das bedeutet, daß etwa 30 Prozent der gegenwärtigen jüdischen Bevölkerung Palästinas aus Immigranten der letzten i]/2 Jahre bestehen. Die Stärke dieser Immigration — letzthin etwa 5000 monatlich — stellt das Drei- und Vierfache der jüdischen Emigration nach allen anderen Ländern dar. Die jährliche Einwanderung nach Amerika in den Jahren der großen amerikanischen Immigration, 1907 und vor dem Kriege, betrug etwa 110.000 Seelen, also nur das Doppelte unserer heutigen Palästiniimmigration, wobei zu bedenken ist, daß es sich damals um eine Immigration in eine wohl vorbereitete, vollkommen aufgebaute Wirtschaft handelte. Man kann ermessen, was diese Immigration heute für die Juden bedeutet, wenn man bedenkt, daß ein Emigrationsland ausgefallen ist, daß es nämlich drc. Millionen russischer Juden gibt, denen fast jede Emigrationsmöglichkeit genommen ist. Allerdings ist heute das deutsche Judentum hinzugekommen, das in früheren Jahren an der jüdischen Emigration nur ganz unwesentlich beteiligt war. DIE ZUSAMMENSETZUNG DER EINWANDERUNG. Wer wandert nach Erez Israel aus? Es scheint mir wichtig, darauf aufmerksam zu machen, daß mit dem ungeheuren Anwachsen der Immigration auch eine Umgruppierung dieser Emigranten eingetreten ist. Während es in den früheren Jahren meistens junge, arbeitende Menschen waren, haben wir es heute zu einem sehr wesentlichen Teile mit sogenannten Kapitalisten und der Einwanderung von ganzen Familien und mit der Einwanderung von Familienangehörigen zu tun. Erez Israel ist damit in eine Periode getreten, in der dieses Herüberholen von Familienangehörigen bereits eine ähnliche Rolle spielt wie in der großen Einwanderung nach Amerika. Es ist dies eine gesunde Erscheinung, da man ja bedenken muß, daß von Palästina aus bereits große Summen an Familienangehörige außerhalb des Landes geschickt werden und so dem Lande verloren gehen. Und nun möchte ich den Einfluß dieser veränderten Situation unserer Immigration nach Erez Israel auf unsere Gesamtarbeit berühren. Es sind hier drei Fragenkomplexe unserer Arbeit zu behandeln: 1. die Regelung der Beförderung dieser Massen nach Palästina durch uns, 2. die Fürsorge für die Einwanderer im Lande, 3. die Vorbereitung der Immigration.