Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 744 (sequence 753)
- Language
- German, English, Hebrew
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744 2. Council-Sitzung: Politisches Referat sperität im gesamten Osten zunimmt. Sie würde für unser Werk größere Stabilität, bessere Sicherheitsverhältnisse, bessere Aussichten für die Ausdehnung der jüdischen Arbeit, besseren Schutz gegen das Einströmen billiger fremder Arbeitskräfte bedeuten. UNSER VERHÄLTNIS ZU ENGLAND. Aber unsere Vision einer harmonischen Zusammenarbeit und gegenseitigen Verständnisses hat nicht nur Juden und Araber im Auge, sondern auch noch einen dritten Partner, die Engländer. Wir glauben, daß es möglich ist, die berechtigten Interessen der Juden, Araber und Engländer im Nahen Osten zu vereinen. Ja, wir sind der festen Meinung, daß, was wir in Palästina leisten, wirklich in dieser Richtung wirkt. Ich brauche nicht näher auf die Lage des palästinensischen Staatsschatzes einzugehen; die Tat sachen sind allen bekannt. Als der Budgetentwurf der Palästinaregieruiv; im Februar aufgestellt wurde, schätzte man den Einnahmeüberschuß im laufenden Budgetjahre auf 5V2 Millionen Pfund. Heute ist bereits klar, daß der Überschuß wenigstens 61/* Millionen Pfund betragen wird. Diese finanzielle Entwicklung gibt der Palästinaregierung die Möglichkeit, Werte zu schaffen, die für das britische Reich wichtig sind und seine Positionen in Palästina stärken. Das ist eine Tatsache von großer Bedeutung für das britische Imperium, nicht nur für seine Interessen in Palästina, sondern auch in vielen anderen Ländern. Die wichtigen Werte, die schon heute für die britische Position in Palästina geschaffen wurden, wären gar nicht oder nur unter großen Kosten des britischen Staatsschatzes möglich gewesen, wenn nicht die jüdische Immigration für die Palästinaregierung eine Goldgrube geworden wäre. Die starken Kräfte, die der jüdische Unternehmungsgeist in Palästina weckt, schlagen allmählich eine Brücke zwischen den Juden und Arabern, schaffen ein ökonomisches Fundament und bereiten die Grundlage jür eine politische Verständigung vor, die vielleicht schon in naher Zukunft möglich wäre. Gleichzeitig dienen sie dazu, die britische Position in Palästina zu konsolidieren und eine Harmonie zwischen den britischen, jüdischen und arabischen Interessen herbeizuführen. Das Resultat ist, wie unser Präsident in seiner gestrigen Schlußrede beim Zionistenkongreß sagte, daß wir in Palästina und im Nahen Osten als eine zivilisatorische Kraft dastehen, die Gewähr für Frieden und Stabilität bietet. DER LEGISLATIVE COUNCIL. Große Auseinandersetzungen bestehen jetzt zwischen uns und unseren Partnern infolge der Absicht der Regierung, in der nächsten Zeit Schritte zur Schaffung eines Legislative Council in Palästina zu unternehmen. Der Zionistenkongreß hat einen einstimmigen Beschluß gegen dieses Projekt angenommen. Das Administrative Committee hat seinerzeit gleichfalls einen Beschluß gefaßt, in dem es seine prinzipielle entschiedene Opposition gegen den Plan der Regierung zum Ausdruck brachte. Wir sind der Auffassung, daß es in diesem Moment unangebracht wäre, in Palästina einen Legislative