Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 742 (sequence 751)
- Language
- German, English, Hebrew
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742 2. Council-Sitzung: Politisches Referat würde nämlich mit Hilfe einer kleineren Bodenfläche viel größere Einnahmen erzielen können. Wir haben bereits einen Präzedenzfall, die Erwerbung von Hule durch jüdische Institutionen mit Hilfe der Regierung und des High Commissioners. Dieser Präzedenzfall gibt uns die Hoffnung, daß es uns auch in Zukunft gelingen wird, die Kooperation der Regierung zu sichern, und dies liegt nicht nur im Interesse der jüdischen Bevölkerung, sondern wird auch die arabische Landwirtschaft fördern. UNSER VERHÄLTNIS ZU DEN ARABERN. Eine konstruktive Lösung des Bodenproblems ist eine Notwendigkeit auch für unser künftiges Verhältnis zur arabischen Bevölkerung. Die starke wirtschaftliche Entwicklung des Jischuw, die, wie wir hoffen, andauern und sich steigern wird, hat einen tiefen Eindruck auch auf die arabische Bevölkerung, und zwar nicht nur ökonomisch, sondern auch psychologisch gemacht. Es gibt selbstverständlich auch heute noch weite arabische Kreise, die der Entwicklung des Landes durch die Juden mit großen Befürchtungen und starkem Mißtrauen gegenüberstehen. Andererseits jedoch hat die Tatsache der jüdischen Entwicklung, die gleichzeitig auch zu einem Aufblühen der gesamten Bevölkerung führt und den Lebensstandard einzelner arabischer Kreise erhöht, viele führende Araber veranlaßt, sich die Frage zu stellen, ob ihre hartnäckige, kompromißlose Opposition angesichts der Tatsachen und des festen Entschlusses des jüdischen Volkes, seine Arbeit unter allen Bedingungen fortzusetzen, nicht revidiert werden müßte. Es ist heute schwer vorauszusagen, welche der beiden Anschauungen unter den Arabern siegen und wann es geschehen wird. Andererseits ist es unsere Aufgabe, die positiven Tendenzen zu stärken, selbst verständlich unter Wahrung unserer prinzipiellen Interessen. Die Exekutive hat versucht, verschiedene Versuche in dieser Richtung zu machen. Die arabische Abteilung unseres politischen Departements in Jerusalem wurde erweitert, um die Vorgänge im arabischen Lager in Palästina wie in den Nachbarländern besser zu verfolgen und einen stärkeren Kontakt mit den einzelnen arabischen Kreisen zu finden. Wir haben verschiedene Versuche gemacht, um eine persönliche Berührung mit den Führern der arabischen öffentlichen Meinung in Palästina und den Nachbarländern herzustellen. Bei diesen Versuchen haben wir unser zionistisches Ziel stark unterstrichen und darauf hingewiesen, daß wir keinesfalls auf irgend welche Möglichkeiten jüdischer wirtschaftlicher Entwicklung in Palästina verzichten und unter keinen Umständen unsere Zustimmung dazu geben werden, daß aus irgend welchen politischen Gründen die weitere Vergrößerung der jüdischen Bevölkerung in Palästina eingeschränkt wird, solange die Aufnahmefähigkeit des Landes die Möglichkeit einer Zunahme bietet. Wir haben versucht, den arabischen Kreisen klarzumachen, daß es möglich ist, diese unsere zionistischen Interessen mit den rechtlich gesicherten Interessen der Araber in Einklang zu bringen. Dabei haben wir allerdings deutlich zu verstehen gegeben, daß sie eine Forderung aufgeben müßten, nämlich die, daß Palästina ausschließlich im Besitz und unter der Kontrolle der Araber bleibt. Vielleicht war Palästina im Laufe von Generationen wirklich ein arabisches