Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 741 (sequence 750)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sbertok 741 bens, daß es gemeinsame Interessen zwischen dem jüdischen Volke und Großbritannien in Palästina gibt. Ich möchte hierbei besonders bemerken, daß trotz der großen Differenzen zwischen uns und der Regierung auf gewissen Gebieten die Diskussion doch stets freundlich geführt wurde; dies haben wir vor allem der Persönlichkeit des gegenwartigen High Commissioners zu danken. (Beifall.) Ich glaube kaum, daß Palästina sich einen besseren High Commissioner wünschen könnte, der sich so sehr mit Palästina und seiner Entwicklung verbunden fühlt wie Sir Arthur Wauchope. (Beifall.) Gleichzeitig müssen wir jedoch darauf hinweisen, daß in gewissen Tendenzen der heutigen palästinensischen Verwaltung große Gefahren für uns verborgen sind, die wir mit allen unseren Mitteln bekämpfen müssen. Wir glauben, daß wir dies können, wenn wir dem Prinzip der loyalen Kooperation mit der Regierung treu bleiben. Zwei Tatsachen können wir konstatieren, die sicher diese Kooperation fördern werden: die Änderung im britischen Ministerium und die Rückkehr Doktor Weizmanns als Präsident der Zionistischen Organisatipn und der Jewish Agency. Ich möchte hoffen, daß diese Tatsachen das Prinzip der Kooperation fördern werden, selbstverständlich unter der Voraussetzung, daß unsere Rechte gewahrt bleiben und alle Entwicklungsmöglichkeiten, die wir durch unsere Bemühungen schaffen, von uns ausgenützt werden können. Der unerschütterliche Glaube an diese Interessengemeinschaft zwischen uns und Großbritannien wird uns, trotz verschiedener starker Gegensätze, den Kampf erleichtern. DIE BODEN FRAGE. Ein zentrales Problem unserer Arbeit in Palästina, dem die frühere Exekutive viel Aufmerksamkeit geschenkt hat und die zukünftige Exekutive 'viel Aufmerksamkeit schenken sollte, ist Jas BoJcyi Problem. Der XIX. Zio- 'listcnkongreß hat zu dieser Frage eine Reihe von Resolutionen angenommen. In diesen Resolutionen wird die Politik der früheren Exekutive der Jewish Agency fortgesetzt. Sic dienen als Weisungen an die Exekutive und sollen, vielleicht mit einigen von Ihnen für notwendig erachteten Modifikationen, als Grundlage für die Arbeit der neuen Exekutive dienen. Auf dem Gebiete des Bodenerwerbs können wir leider in den letzten Jahren nur auf einen verhältnismäßig sehr kleinen Fortschritt hinweisen, dessen Bedeutung sich außerdem bei der großen Zunahme der Bevölkerung noch verringert. Ohne uroße Bodenflächen werden wir kein gesundes jüdisches Nationalheim errichten können. Vor allem aber ist es nicht angängig, das System fortzusetzen, das wir in den letzten Jahren angewandt haben, nämlich hie und da, bei dieser oder jener Gelegenheit kleine Bodenflächen zu erwerben. Um für die jüdische nationale Heimstätte die notwendigen großen Bodenflächen zu bekommen, muß man an die Regierung mit konstruktiven Plänen herantreten, welche die Regierung veranlassen, uns große Bodenflächen für dichte Besiedlung zur Verfügung zu stellen. Wir brauchen die Hilfe der Regierung ferner zur Entdeckung und Verwendung neuer Wasserquellen, die eine intensivere jüdische Kolonisation ermöglichen würden. Dies würde auch den Lebensstandard der Araber heben, selbst wenn es zu einer Reduzierung der im Besitz der Araber befindlichen Bodenfläche führt. Der einzelne Araber