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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 735

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 735 (sequence 744)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Ruppin 735 siedeln aber beim besten Willen vermag ich nicht, diese Bemühungen mit w aurnau ratl0n auf eine Linie zu stellen- Dort handelt es sich um eine Wonlranrtsaktion, wo mit ungeheuren Schwierigkeiten und Kosten vielleicht ein paar hundert Familien versorgt werden. In Palästina handelt es sich um die endgültige Befestigung einer Stellung, die dem Judentum für alle Zukunft einen starken Halt geben kann. Deshalb muß unsere Parole sein, alle judischen Institute in der Welt zu einer einheitlichen großen Aktion für Palästina zu vereinen. OPTIMISMUS. Vielleicht werden Sie mir in meiner Beurteilung Palästinas zu großen Optimismus vorwerfen. Ich gebe gern zu, daß ich Optimist bin, aber ich glaube, daß ich zu diesem Optimismus durch die Geschehnisse der Vergangenheit berechtigt bin. Wenn ich auf die letzten 28 Jahre der Palästinaarbeit zurückblicke, so muß ich sagen, daß eigentlich Wunder über Wunder ^e- >ci)ehen sind. Ich erinnere mich noch, wie im Jahre 1907, als ich zum ersten Male in Palästina war, ein Uhrmacher aus Jaffa zu mir kam und mir sagte, daß 60 jüdische Familien aus Jaffa, Kaufleute, Lehrer und Handwerker, sich /usammengetan hätten, um ein eigenes jüdisches Stadtviertel zu bauen, und diß sie dazu einen Kredit vom Nationilfonds haben wollten. Auf meine Frage, ob sie denn außer dem Kredit auch eigene Mittel für den Bau zur Verfügung hätten, antwortete er mir, sie hätten bereits 100.000 Frs. (4000 LP) zusammen. Es stellte sich heraus, daß diese 100.000 Frs. in Wirklichkeit nur aus 50.000 Frs. in bar und 50.000 Frs. in Versprechungen bestanden, aber immerhin, ich sah hier einen ersten Anfang von privater Initiative, und es gelang mir, das gewünschte Darlehen von 250.000 Frs. für diese Gesellschaft in Jaffa und gleichzeitig ein Darlehen von 50.000 Frs. für eine kleinere Gesellschaft in Haifa durchzusetzen. Und wirklich wurde dann mit dem Bau der Häuser auf den Dünen bei Jaffa und auf den Abhängen des Karmel begonnen. Hätte irgendeine noch so große Einbildungskraft damals ahnen können, daß aus diesen zwerghaften Anfängen in 25 Jahren die Großstadt Tel-Aviv mit etwa 150.000 Einwohnern und der Stadtteil Hadar Hakarmel in Haifa mit 30.000 Einwohnern erwachsen würde? Hätte es irgend jemand für möglich gehalten, daß aus den verspotteten Bemühungen n'nes Elieser Ben Jchuda, die hebräische Sprache wieder zu einer lebenden Sprache zu machen, ein hebräisches Schulwerk mit über 30.000 Kindern und eine ungeheure hebräische Literatur in Palästina erwachsen würde? Wäre es mir, als ich im Jahre 1908 mit einem Jahresbudget von 20.000 Frs. (800 LP) zur praktischen Arbeit nach Palästina entsandt wurde, in den Sinn gekommen, daß wir 25 Jahre später für die größte englische Bank ein Partner für eine halbe Million Pfund-Anleihe sein würden? Hätte irgend jemand es für möglich gehalten, daß wir in Palästina monatlich mehr jüdische Einwanderer haben werden als früher jährlich, daß Palästina in der größten Katastrophe, die das Judentum in der neuen Zeit getroffen hat, der einzige Rettungsstrahl sein würde? Wenn ich diese Tatsachen und noch viele andere an meinem geistigen Auge vorüberziehen lasse, so kann ich nicht anders, als daran glauben, daß eine gütige Vorsehung über unserem

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