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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 733

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 733 (sequence 742)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9783-3485934
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Ruppin 733 FINANZIELLE MÖGLICHKEITEN. Vor,vte!T Kriege lebten wir bei unseren Einnahmen und Ausgaben in der l™„zh™Zund arb^teten mit vierstelligen und im besten Falle mit fünfstelligen Ziffern. Wir sind nach dem Kriege zur Pfundwährung übergegangen und haben uns in diese. Währung an fünfstellige Zahlen gewöhnt. Die Anleihe, die wir in diesem Jahre bei Lloyds Bank aufgenommen haben, ist schon eine sechsstellige Ziffer in Pfunden, und es scheint mir, daß wir uns jetzt dem Gebiete der siebenstelligen Zahlen nähern. Der wirtschaftliche Aufschwung, den Palästina genommen hat, ist so rasch gekommen, daß vielen von uns noch gar nicht recht bewußt geworden ist, wieviele Dinge, die vor einigen Jahren noch unmöglich schienen, heute durchaus in das Reich der Möglichkeiten gerückt sind. Wenn wir ein Inventar des nationalen, nicht des privaten jüdischen Vermögens machen, das in Palästina angelegt ist, so kommen wir einschließlich des Bodens des Keren Kayemeth zu dem stattlichen Betrag von 7 bis S Millionen Pfund. Auf dieser Grundlage und unter Berücksichtigung der Beträge, die jedes Jahr für Keren Hajessod und Keren Kayemeth einfließen, und der Rückzahlungen auf die von uns gewährten Anleihen ergibt sich, daß wir heute auf dem Kapitalmarkte durchaus nicht mehr als der „Nebbich" zu erscheinen brauchen, als der wir noch vor io Jahren erschienen sind. Wir werden entsprechend der veränderten Einschätzung Palästinas auch in unseren finanziellen Plänen in der Zukunft mit ganz anderen Maßen messen, als wir es bisher getan haben. KRISENGEFAHR. Von vielen Seiten werden wir gefragt, ob nicht zu befürchten sei, daß die jetzige Prosperität Palästinas bald zu einem Ende kommen und einer Krisis Platz machen wird, wie wir sie in den Jahren 1925/26 in Palästina erlebt haben. Ich kann darauf nur sagen, daß sicherlich die jetzige Prosperität Palästinas nicht ewig dauern wird. Es wird früher oder später auf die wirtschaftliche Hochflut eine Ebbe folgen. Aber wo gibt es heute in der ganzen Welt ein Land, in dem die Wirtschaft nicht von Gefahren aller Art umlauert ist? Ich glaube, daß unsere Wirtschaft heute viel eher einen Stoß vertragen kann als vor acht oder neun Jahren. Die Regierung hat in weiser und vielleicht sogar in übertriebener Vorsicht eine Reserve von 6 Millionen Pfund angesammelt, das heißt doppelt soviel, wie ihr gesamtes Jahresbudget beträgt. Sie hat mehrfach ausgesprochen, daß sie aber auch die zweite Hälfte im Falle einer Wirtschaftskrisis zu großen öffentlichen Arbeiten verwenden will. Das gibt uns schon einen gewissen Rückhalt. Außerdem ist die Lage der Juden in vielen Ländern, nicht nur in Deutschland, heute politisch und wirtschaftlich so bedroht, daß Palästina dauernd Menschen und Kapital in ganz großem Maße an sich ziehen wird, und dieser Zustrom an Kapital ist natürlich audi ein wichtiger Faktor, um das Wirtschaftsleben in Palästina in Gang zu halten. Die Bemühungen, importierte Waren in Palästina durch einheimische Produkte zu ersetzen, können noch für Hunderttausende von Einwanderern Erwerb schaffen, vorausgesetzt immer, daß die Regierung

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