Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 727 (sequence 736)
- Language
- German, English, Hebrew
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Zimmerli, Weitmann, Warner, Braunsclmeig 727 | wichtigen Tagung der Jewish Agency teilnehmen zu dürfen. Meine Regie- I rung nimmt großes Interesse an allem, was zum Wohle des jüdischen Volkes geleistet wird. Ich habe es daher sehr bedauert, daß ich an der Eröffnung des XIX. Zionistenkongrcsscs am 20. August nicht teilnehmen konnte, aber mein Stellvertreter, Herr Shone, war damals anwesend und hatte die Ehre, dem Kongreß eine Botschaft des Kolonialministcrs Mac Donald zu überbringen. Die britische Regierung ist außerordentlich bestrebt, daß die schwierigen Probleme, die mit der Administration von Palästina verbunden sind, in glücklicher und befriedigender Form gelöst werden. (Beifall.) Es ist selbstverständlich klar, daß eine befriedigende Lösung dieser Probleme auch ihren Teil zur Herstellung von stabilen Verhältnissen in den Ländern des Mittelmeeres beitragen wird, was von großem Interesse für das britische Imperium ist. Ich bin sicher, daß Ihre Tagung auch viel zur Lösung dieser Probleme wird beitragen können. Ich danke Ihnen daher für die Ehre, die Sie mir erwiesen haben, an dieser Tagung teilnehmen zu können. (Lebhafter Beifall.) VORS. PRÄS. Dr. CH. WE1ZMANN: Ich danke auch Sir George Warner für seine Ausführungen. Das Wort hat endlich der Vertreter des Schweizer Israelitischen Gemeindebundes, Herr Braunschweig. SALLY BRAUNSCHWEIG (Vertreter des Schweizer Israelitischen Gemeindebundes — spricht deutsch): Ich überbringe Ihnen den Willkommens¬ .uruß des Schweizer Israelitischen Gemeindebundes. Ich begrüße vor allem i lerrn Präsidenten Dr. Weizmann, dem ich die herzlichsten Glückwünsche zu seiner Wahl zum Präsidenten der Zionistischen Organisation und damit der Jewish Agency ausspreche. Wir erinnern uns alle gern der Gründungstage der erweiterten Jewish Agency in Zürich im Jahre 1929 und gedenken des unvergeßlichen Louis Marshall, der uns leider allzu rasch entrissen worden ist. Zum zweiten Male findet die Tagung der Jewish Agency auf Schweizer Boden statt. Möge die Atmosphäre der freien Schweiz, welche die Verkörperung des demokratischen Gedankens ist, die Arbeiten des Councils der Jewish Agency beeinflussen. Die erweiterte Jewish Agency ist das Verbindungsorgan zwischen Zionisten und Nichtzionisten. Aber wenn diese Unterscheidung auch terminologisch besteht, so ist doch gemeinsam die große Aufgabe, welche beide Gruppen vereinigt. Wir sind hier aus vielen Ländern als Juden zusammengekommen. Dort, wo die Achtung vor dem Menschen besteht, wo der Geist der Humanität und der Toleranz im Kurse noch nicht gesunken ist, dort kann der Jude, wenn er seine Pflichten dem Staate gegenüber erfüllt, mit Recht sich als Mensch und Bürger dieses Landes fühlen. Unbeschadet dieser Einstellung aber kann der Nichtzionist mit vollem und heißem Herzen auch für den Aufbau von Erez Israel einstehen. Denn so wie jedes Wesen seine Existenz seinem Vater und seiner Mutter verdankt, so haben wir Juden ein Vater- und ein Mutterland. Das Vaterland, in dem wir leben und dessen Luft wir atmen und dessen Glück und Sorgen wir teilen, und unser Mutterland, die eigenstaatliche Existenz vor Jahrhunderten, die zertrümmert und zerstört worden ist, deren Erinnerung uns aber durch die Jahrhunderte wie eine ewige Melodie begleitet.