Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 726 (sequence 735)
- Language
- German, English, Hebrew
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720 /. Council-Sitzung: Begrüßungsreden Interpreten des jüdischen Volkswillens bei der Mandatarmacht. Ihnen ist die schöne und große Aufgabe beschieden, unter den Auspizien der Mandatarmacht das zionistische Aufbauwerk in Palästina zu betreuen und durch die Schaffung einer nationalen Heimstätte das uralte Ideal des jüdischen Volkes der Verwirklichung näherzubringen. Sie organisieren und finanzieren die Einwanderung. Sie gründen Schulen und Spitäler. Mit Ihrer Hilfe werden die überlieferten landwirtschaftlichen Betriebsmethoden modernisiert, wird malariaverseuchtes Land entsumpft, werden die allgemeinen Arbeitsbedingungen verbessert, der Lebensstandard der ganzen Bevölkerung gehoben und das durch jahrhundertelangen rechtlichen und gesellschaftlichen Zwang der Urproduktion entfremdete einwandernde jüdische Volk zur Scholle zurückgeführt. Ungeheure zivilisatorische Arbeit ist von Ihnen in wenigen Jahren geleistet worden. Das Land der Verheißung hat begonnen, ein Land der Erfüllung zu werden. (Stürmischer Beifall.) Der Traum des genialen Optimisten und Sehers Herzl geht der Verwirklichung entgegen. 350.000 bedrängte Juden haben durch Sie im Lande der Väter Obdach und Zuflucht gefunden. Für 50.000 neue Siedler wird alljährlich eine Existenz geschaffen auf einem Boden, von dem jeder Zoll aus dem durch freiwillige Beiträge gebildeten jüdischen Nationalfonds käuflich erworben werden muß. So wird durch Ihre Organisation, ohne staatliche Machtmittel, einzig dank dem Opferwillen und der Solidarität des über die ganze Welt zerstreuten jüdischen Volkes ein Kolonisationswerk geschaffen, das in der Geschichte einzig dasteht und vor dem wir uns bewundernd verneigen. Es ist wahrlich so, wie Ihr Präsident, Herr Dr. Weizmann, in seiner staatsmännischen Rede beim Abschluß der Generaldebatte gesagt hat: „Es ist ein großer, schöner und gerechter Bau und es ist die würdige Antwort auf das, v/as den Juden in Deutschland angetan wird." (Stürmischer Beifall.) Wir freuen uns, daß der Name Luzern mit der Geschichte dieses Baues verknüpft bleiben wird. Wie sollte der genius loci Ihrer Arbeit am großen und schönen Bau nicht günstig sein, Ihrer Arbeit auf dem Boden dieses altea Gliedes der Eidgenossenschaft, an der Schwelle der Urschweiz, wo vor 600 Jahren einfache Bauern eine Föderativrepublik gegründet haben, die jahrhundertelang gegen fremde Gewalt und Militärmacht für ihre Unabhängigkeit kämpfen mußte und deren Volk auch heute vom unerschüiterlichen Willen beseelt ist, seine Freiheit und Unabhängigkeit zu bewahren. Ich schließe mit dem Wunsche, daß das Friedenswerk, dem Ihre Arbeit geweiht ist, weiterhin wachse und gedeihe. Möge die Heimstätte, die Sie in Palästina errichten, immer mehr als ein Herd und Zentrum europäischer Kultursich bewähren. Möge die Heimstätte dereinst ihre Vollendung finden als das auf soziale Gerechtigkeit und auf Gleichberechtigung der Rassen und Sprachen gegründete Vaterland des jüdischen Volkes! (Lebhafter Beifall.) VORS, PRÄS. Dr. CH. WEIZMANN (englisch): Ich danke Herrn Dr. Zimmcrli für seine freundlichen Worte und erteile das Wort dem britischen Gesandten in Bern Sir George Warner. GESANDTER SR. BRITISCHEN MAJESTÄT SIR GEORGE WAR¬ NER (spricht englisch): Es bereitet mir ein großes Vergnügen, an dieser