Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 652 (sequence 657)
- Language
- German, English, Hebrew
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652 2 j. Kongreß-Sitzung: Schlußreden und den anderen, die eigene Wege suchen, um ihrem religiösen Gefühl Ausdruck zu geben, eine Einigung zu finden. Es ist gelungen, diese Einigung zu erzielen, und dieses Ereignis wird weit hinaus über den Kreis der zionistischen Parteien richtunggebend sein für das Leben in Ercz Israel. Schließlich ist es diesem Präsidium möglich gewesen, eine Exekutive ins Leben zu rufen, die von unseren besten Wünschen begleitet ist, die uis Männern besteht, zu denen man Vertrauen haben kann, der man, weil es eine kleine Exekutive ist, die Möglichkeit gegeben hat, fruchtbare Arbeit zu leisten. Man hat dieser Exekutive durch Hinzufügung unserer großen Meister und Lehrer einen besonderen Glanz verliehen. Durch die Annahme der Wahl haben diese Männer gezeigt, wie Zionistcn es verstehen, ihre ganze Kraft dem zionistischen Werke, an welcher Stelle auch immer, zur Verfügung zu stellen. Ich glaube im Namen aller zu sprechen, wenn ich dem Präsidium nochmals herzlichst danke für die schwere Arbeit, die es geleistet hat, und für die Form, in der diese Arbeit geleistet worden ist, der Majorität wie der Minorität gegenüber. Diese Form hat den Kongreß zu einem Parlament gemacht, dessen Methoden keinem anderen Parlamente nachstehen. r/,</>- hafter Beifall.) DAVID BEN-GURION (Mitgl. d. Exck., von stürmischem Betfall /vgrüßt — spricht hebräisch): Ich möchte ein paar Worte an meine Freunde hier, in Erez Israel und in der Galuth richten, die mir zum zweitenmal eine so wichtige, wenn auch etwas grausame Mission auferlegt haben. Ich will ihnen sagen: hätte ich geglaubt, daß die Treue zu der historischen Autgaoe der Arbeiterklasse, die Treue zum Gedanken der Arbeit unvereinbar v/i mit der Treue zur Gesamtheit der Nation, zur historischen Aufgabe des jüdischen Volkes — ich hätte diese Mission nicht angenommen. Anderen Teilen der zionistischen Mission aber möchte ich sagen: hätte ich geglaubt, daß der Dienst und die unbegrenzte Treue zu den allgemeinen Bedürfnissen des Volkes die Abkehr von den Gedanken und Bestrebungen der Arbeite) - bewegung erfordere — ich hätte diese Mission gleichfalls nicht angenommen. Es ist gut, das so offen und frei zu sagen. In der Geschichte unseres Volkes ist eine Zeit gekommen, zu der die Geschichte vieler anderer Völker noch nicht gelangt ist. Die Arbeiterklasse ist von der historischen Vorsehung berufen, die entscheidende Verantwortung für das Volk zu übernehmen. Verwirrung herrscht in den Kreisen der Arbeiterklasse und in Teilen de' Volkes. Die einen zweifeln noch auf Schritt und Tritt, ob der Weg, den die Arbeiterschaft zur Erlösung des Volkes, der Arbeit und der Menschheit geht, auch der Weg sei, den das ganze Volk in all seinen Schichten zum Weg seiner Befreiung und Erlösung wählen soll. Andere Teile des Volkes wieder sind im Zweifel, ob nicht die Gefahr bestehe, daß diese Arbeiterklasse mit all ihren Symbolen, Leistungen und historischen Tendenzen, die dem Volk oft fremd und sonderbar erscheinen und manchmal auch Furcht und Zweifel erregen, ob nicht die Gefahr bestehe, daß der Aufstieg dieser großen Klasse die Interessen des ganzen Volkes bedroht, ob sie nicht die allgemein-nationalen Werte und Bedürfnisse des Volkes in den Hintergrund stellen werde.