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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 636

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 636 (sequence 641)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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636 22. Kongreß-Sitzung: Bericht der Politischen Kommission lieh, daß das, was ich Ihnen sage, Sie aufrührt. Ich will Sie nicht beleidigen und beschimpfen, ich will aber, daß Sie aufgeregt sind. Diese Organisation braucht den Geist des Judenstaates, sonst wird sie zerfallen. Die Resolution, die wir Ihnen vorlegen, lautet: Die tragische Lage der überwältigenden Majorität des jüdischen Volkes und die stetig wachsende Bedeutung Palästinas als Einwanderungsland der verfolgten jüdischen Massen bestätigen die prophetische Voraussage Theodor Herzls, dat> die Errichtung eines Judenstaates in Palästina die einzige Lösung der Judenfrage darstellt. Darin liegt auch der Sinn des Palästinamandats, dessen Durchführuni; der Völkerbund Großbritannien zwecks Verwirklichung des jüdischen National heims übertragen hat. Der gewaltige Fortschritt des Aufbauwerkes in Palästina in der schwersten Zeit der Weltwirtschaftskrise beweist, daß das jüdische Volk fähig ist, sein Nationalheim zu erbauen, ohne die Lage der nichtjüdischen Bevölkerung in irgend einer Weise zu gefährden. Die schöpferischen Leistungen des jüdischen Volkes in Palästina können jedoch nur dann zur Lösung der Judenfrage führen, wenn sie sowohl vor* der Mandatarmacht wie auch von der Zionistischen Organisation im Geiste der Errichtung eines Judenstaates, gestützt auf eine jüdische Bevölkerungsmehrheit in den historischen Grenzen Palästinas, organisiert, geleitet und gesichert werden. In einer Zeit größter Verzweiflung, da Millionen Juden vor der Vernichtung ihrer politischen, sozialen und ökonomischen Positionen stehen, wendet sich das jüdische Volk von der Tribüne des XIX. Zionistenkongresses an den Völker bund, an die Mandatarmacht, an die ganze zivilisierte Welt, es bei der Wiedererrichtung des Judenstaates und bei der Durdiführung seiner großen historischen Aufgabe tatkräftigst zu unterstützen. BERICHTERSTATTER Dr. GOLDMANN: Ich will einige Worte sagen', nicht, um Sie aufzuwühlen, sondern in möglichster Ruhe Ihnen den Standpunkt der Kommission darzulegen, und ich hoffe, daß die Freunde der Judenstaatspartei durch diese Worte nicht aufgewühlt sein werden. Mit aller Entschiedenheit muß erklärt werden: Der öffentliche Dialog zwischen Herrn Stricker als Sprecher der Judenstaatspartei und mir als Sprecher der Majorität der Politischen Kommission ist keine meritorische Diskussion über den Judenstaat. Herr Stricker glaubt und hat absolut recht, diesen Glauben zu haben, daß es immer wieder und jedenfalls jetzt und hier notwendig sei, diese prinzipielle Diskussion zu führen und diese prinzipielle Entscheidung zu treffen. Die überwiegende Majorität der Politischen Kommission steht auf dem Standpunkt, daß es heute und hier nicht Aufgabe des Kongresses ist, diese Diskussion sachlich durchzuführen und diese Entscheidung nach der einen oder anderen Richtung zu treffen. Herr Stricker hat vor allem zwei Gründe dafür angeführt, warum er glaubt, daß man heute diese Diskussion und diese Entscheidung herbeiführen muß. Er sagt, daß der Glaube an den Judenstaat erstorben wäre. Ich glaube nicht, daß man durch eine Resolution den Glauben in Menschen, in denen er erstorben ist, beleben könnte. Ein Judenstaat wird auch die größten Skeptiker belehren, wenn man ihn erreicht haben wird. Eine Resolution wird nicht geeignet sein, einem Skeptiker, wenn sich ein solcher unter uns befinden sollte, den Glauben wiederzugeben. Herr Stricker sagte weiterhin: Von der Proklamation, von dem öffentlichen Bekenntnis zum Judenstaat als Endziel hängt die ganze Gestaltung der praktischen Politik ab. Drei bis vier Tage lang saßen wir mit den Vertretern der Judenstaatspartei in der

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