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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 635

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 635 (sequence 640)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Grossmann, Weizmann, Stricker 635 daß Ihnen diese Sache das Heiligste ist, dann würde ich vom Heiligsten nicht sprechen. Aber Sie haben im Jahre 1930 gesagt: „Ich glaube nidit an den Judenstaat." Wie kann er jetzt das Heiligste für Sie sein, über das ich schweigen soll? Herr Professor Weizmann, vielleicht — und ich würde es herzlich begrüßen — ist mit Ihnen seit 1930 eine Wandlung vor sich gegangen. Sie kennen meine Stellung Ihnen gegenüber, und Sie werden mir glauben, wenn ich sage, daß ich wirklich froh und glücklich wäre, wenn sich diese Wandlung in Ihnen vollzogen hätte, dann würden Ihre wirklich großen Fähigkeiten als Staatsmann, die ich anerkenne, in einem Judenstaatszionismus voll zur Geltung kommen. Wenn wir das Gefühl haben werden, daß Sie und Ihre Freunde glauben, dann werden wir es nicht für notwendig empfinden, davon zu sprechen. Meine Herren und meine Damen von der Mitte und von rechts: Im Vorzimmer und im Restaurant sind Sie Judenstaatler, hier im Kongreßsaale hört Ihr Mut und Ihre Gescheitheit auf. Und dann erzählen Sie uns noch, Sie tun es, um die anderen zu überlisten: „Wir werden vom Judenstaat nicht sprechen, aber wir werden uns ihn hinterrücks nehmen." Vertrauen Sie nicht auf die Dummheit der anderen! Sie werden dabei über Ihre eigene stolpern! VORS. PRÄS. Dr. WEIZMANN (den Redner unterbrechend): Es tut mir furchtbar leid, schon aus Achtung vor Ihnen und vor einer Minoritätspartei, aber ich muß Sie bitten, etwas sachlicher zu sein. R. STRICKER (fortfahrend): Ich glaube zwar, daß das Reden von Dummheit und Gescheitheit sachlich ist, doch ich werde nicht mehr davon sprechen. Auf der anderen, der linken Seite, aber spüre ich deutlich: Hier ist der Glaube verlorengegangen. Man glaubt dort an andere Dinge, die man für höher hält als das, was sich ein Staat nennt. Die letzte Sache, die ich berühren will: Sie sprechen von Deklarationen und Proklamationen. Ich möchte Sie auf eines aufmerksam machen: Alle großen Dinge haben mit Deklaration und mit Proklamation begonnen, der Zionismus, der Judenstaatsgedanke, ebenfalls. Dann ist er bei Ihnen erstorben. Also muß man ihn wieder proklamieren. Glauben Sie aber nicht, daß das, was wir Ihnen vorlegen, eine bloße Deklaration ist. Wir verlangen nicht nur Ihr Bekenntnis. Wir verlangen von der Zionistischen Organisation, daß sie ihre Politik, ihre Arbeit nach dem Format der Arbeit für einen Staat einrichtet, weil wir sonst auf Sand bauen werden oder weil wir sonst, was ich Ihnen bereits gesagt habe, eines Tages entsetzt erkennen werden, daß wir auch in Palästina für andere gebaut haben. Und nicht nur der wirtschaftliche, auch der geistige Aufbau Palästinas muß in judenstaatlerischem Geiste erfoken. Sonst wird sich dort etwas Entsetzliches entwickeln. Anzeichen sind bereits da. In Palästina fehlt es an jüdischem Patriotismus. Hier wiederhole ich nur, was Professor Weizmann vor kurzem gesagt hat. Er hat bei einer Kritik der Entwicklung in Palästina erklärt, daß der staatsbürgerliche Geist fehlt. Und ich sage Ihnen: Wenn es in Palästina so weitergehen wird, dann wird kein regeneriertes jüdisches Volk entstehen, sondern eine hebraisierte Levante, der alles höher steht, eigenes Interesse, "das persönliche Interesse, das Gruppeninteresse (Zwischenruf S. JAWNIELI: Das ist unerhört! Er soll Schluß machen!). Mög-

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