Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 637 (sequence 642)
- Language
- German, English, Hebrew
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Stricker, Goldmann, Weizmann, Ben-Gurion 637 Politischen Kommission und sprachen die ganze Zeit hindurch über praktische politische Fragen, etwa ein bis zwei Stunden über das Endziel. Die Tatsache, daß zu den praktischen Fragen die Judenstaatspartei kein Minoritätsvotum eingebracht hat, ist ein Beweis dafür, daß wir in diesen Fragen völlig d'accord gehen. Warum also sagen, daß eine Exekutive, die diese Resolutionen im Moment nicht zu akzeptieren bereit ist, keine gute, keine, wie Herr Stricker sagt, judenstaatliche ist, wenn in den praktischen Fragen Ubereinstimmung bestand? Ich hätte es verstanden, wenn zu den anderen Punkten die Judenstaatspartei aufgestanden wäre und gesagt hätte: „Das ist eure und das ist unsere Politik." Das hat die Judenstaatspartei nicht deshalb unterlassen, weil Herr Großmann zu bequem ist, Minoritätsvoten zu machen, oder weil er nicht fleißig genug in der Kommission mitgearbeitet hat, sondern weil wir uns einig sind über die praktischen politischen Fragen. Und wir hatten eine permanente politische Kommission mit Vertretern aller Parteien, in der es ebenso war. Wie kann man also kommen und sagen, die Politik könne nicht gut sein, wenn man vorher nicht die Endzielresolution annehme? Die Politische Kommission hat es abgelehnt, in diesem Moment in eine Erörterung des Endzieles des Zionismus einzutreten. Erwägungen, wann der Moment gekommen ist, sind eine Frage des politischen Gefühls, nicht des Glaubens, des Dogmas, der Weltanschauung. Die Majorität der Kommission hat im Gegensatz zur Bewertung der Lage durch die Judenstaatspartei gesagt: „In diesem Augenblick, in dem wir im Prozeß der großen Aufbauverwirklichung in Palästina sind und, Gott sei Dank, in praktisch akuten Fragen die einheitliche Zustimmung der gesamten Bewegung haben, wo wir davor stehen, große positive Dinge und in einem wichtigen Punkt große und wichtige Kämpfe durchzuführen, halten wir es vom Standpunkt der großen politischen Bewegung im Interesse der Verwirklichung des zionistischen Endzieles nicht für klug und nicht für nützlich, die Endzieldiskussion zu eröffnen und Stellung zu nehmen. Und deswegen schlägt Ihnen die Politische Kommission vor, der Kongreß möge beschließen, eine Diskussion über das Endziel des Zionismus abzulehnen und daher alle zu diesem Punkt gestellten Anträge mit dem Übergang zur Tagesordnung behandeln. VORS. PRÄS. Dr. WEIZMANN: Bevor ich über den Antrag abstimmen lasse, möchte ich die Herren, die bei der Rede des Herrn Stricker erregt waren, darauf aufmerksam machen, daß nach meiner unmaßgeblichen Meinung keine unparlamentarischen Ausdrücke gefallen sind. Uber die Tonart kann man natürlich so oder so denken. Der Antrag des Berichterstatters Dr. Goldmann auf Uber gang zur Tagesordnung über den Minoritätsantrag der Judenstaatspartei wird mit allen gegen 27 Stimmen angenommen. VORS. PRÄS. Dr. WEIZMANN: Bevor 5ch die Sitzung schließe, möchte ich dem Vertreter der .Exekutive zu einer Erklärung das Wort erteilen. DAVID BEN-GURION (Mitgl. d. Exek. — (spricht hebräisch): Nachdem der Beschluß über den Gesetzgebenden Rat angenommen war, hat Herr Großmann hier eine Erklärung abgegeben, zu der ich namens der Exekutive folgendes zu sagen habe: