Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 629 (sequence 634)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9675-3485826- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Goldmann, Weizmann, Shertok 629 BERICHTERSTATTER DR. GOLDMANN: Wir kommen zu der Resolution D, betreffend, Alijah. Der Antrag lautet (liest): D. ALIJAH. Der XIX. Zionistenkongreß hebt die Vergrößerung der jüdischen Alijah aller Kategorien in den letzten zwei Jahren hervor, stellt jedoch mit Bedauern fest, daß die Quoten, die die Regierung für die arbeitende Alijah bestimmt hat, um vieles hinter den tatsächlichen Bedürfnissen von Erez Israel zurückgeblieben sind. Die Diskrepanz zwischen den Forderunigen der Exekutive der Jewish Agency, die auf Grund vorsichtiger Schätzungen aufgestellt waren, und zwischen den von der Palästinaregierung bestimmten Schedules verursachte einen dauernden Mangel an Arbeitern, ein Umstand, der sich schlecht auf das wirtschaftliche Leben Erez Israels auswirkte und die Entwicklung des jüdischen Nationalheims hemmte. Der Kongreß verlangt von der Regierung eine Politik der Zulassung jüdischer Arbeiter-Immigranten im Rahmen der vollen Absorptionsmo^lichkcit des Larndes, die sich infolge der Entwicklung des jüdischen Aufbauwerkes in Erez Israel immer mehr vergrößert. Der Antrag wird ohne Widerspruch angenommen. BERICHTERSTATTER DR. GOLDMANN: Antrag E betrifft die Beschäftigung von Juden bei öffentlichen Arbeiten, ein Problem, mit dem sich schon viele Zionistenkongresse beschäftigt haben und dessen Lösung noch immer auf sich warten läßt. Der Antrag lautet (liest): E. BESCHÄFTIGUNG VON JUDEN BEI ÖFFENTLICHEN ARBEITEN. 1. Der XIX. Zionistenkongreß stellt mit Enttäuschung fest, daß seit dem vorigen Kongreß der Anteil der jüdischen Arbeit an den städtischen und Regierungsairbeitcn, der auch vorher viel kleiner war, als es dem jüdischen Arbeiter zukommt, in sehr beträchtlichem Maße gesunken ist. Der Kongreß wendet sich an die Palästinaregierung mit der Forderung, bei der künftigen Festsetzung der Kontingente der arbeitenden Alijah die öffentlichen Arbeiten in dem Maße zu berücksichtigen, in dem es mit Hilfe einer genügenden Alijah dem jüdischen Jischuw ermöglicht wird, den ihm gebührenden Nutzen aus den Ausgaben der Regierung für öffentliche Arbeiten zu ziehen. Der Kongreß betont die Notwendigkeit, daß von Seiten der Regierung entsprechende Schritte unternommen werden, um die Beschäftigung von* jüdischen Arbeitern bei öffentlichen Arbeiten der Regierung und der Städte in gebührendem Umfange und bei entsprechendem Lohn zu sichern. 2. Der Kongreß lenkt die Aufmerksamkeit der Regierung auf die zu geringe Zahl der jüdischen Angestellten in der Verwaltung, im Gerichtswesen und im allgemeinen Dienst der Regierung und verlangt die Gutmachung dieses Mangels — unter anderem durch Erhöhung der Löhne der Polizisten, Post- und Eisenbahnbeamten. MOSHE SHERTOK (Mitgl. d. Exek. — spricht hebräisch): Ich möchte zu Absatz 2 dieses Antrages folgenden Zusatz beantragen (liest): Der Kongreß weist auf die allzu geringe Zahl der im Gerichtsdienst beschäftigten Juden hin und verlangt deren Erhöhimg. BERICHTERSTATTER Dr. GOLDMANN: Die Kommission schließt sich diesem Zusatzantrag an, der bei der endgültigen Redaktion des Beschlusses berücksichtigt werden wird. Der Abschnitt E wird sodann mit dem Zusatz einstimmig angenommen.