Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 616 (sequence 621)
- Language
- German, English, Hebrew
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616 22. Kongreß-Sitzung: Bericht der Organisationskommission zuräumen, dafür als Vertreter der Mehrheit Dr. Mossinson eingetreten ist. Wir stehen vor der Frage des Einflusses Palästinas, und zwar nicht nur auf . den Kongreß. Es handelt sich hier nicht um eine Frage der Herrschaft irgend jemandes auf dem Kongreß, sondern um die Sicherung des angemessenen und notwendigen Einflusses Palästinas auf die ganze zionistische Arbeit. Dieser Einfluß ist notwendig nicht nur für Palästina, sondern für jede Strömung im Zionismus, für jede zionistische Tagung, jede zionistische Anstrengung. Es wäre erwünscht, daß sich dieser Einfluß Palästinas und palästinensisches Verantwortungsgefühl auf unsere Tätigkeit in den einzelnen Ländern im gleichen Maße ausdehnt, wie wir es hier auf dem Kongreß wahrnehmen. Ich muß jedoch nicht nur auf die moralische und erzieherische Grundlage des geltenden Status hinweisen, sondern auch vor einem Kampfe mit der Mathematik warnen. Trotz der geltenden Vorschriften ergibt sich, daß in Palästina tatsächlich 1050 Wähler einen Delegierten gewählt haben, während in Amerika die 56 Delegierten von 55.000 Wählern gewählt worden sind, d. h. daß weniger als 1000 Schekelzahler einen Delegierten gewählt haben. In England haben tatsächlich je 50c Wähler einen Delegierten zum Kongreß entsandt. Wenn dem so ist, wo ist dann das Privileg, von dem man hier spricht? Wenn wir die Zahl der Stimmen, die jeder Delegierte in der Diaspora erhalten hat, mit der Zahl der Stimmen vergleichen, die ein palästinensischer Delegierter erhalten hat, dann ergibt sich gleichfalls, daß Palästina von seinem Vorrechte nicht einen hundertprozentigen Nutzen hat, wie man hier gesagt hat, sondern daß den 1620 Wählern, die jeder Delegierte in der Diaspora durchschnittlich erhielt, 1050 in Palästina gegenüberstehen. Wenn wir die Zahl der Delegierten Palästinas verkleinern, werden wir die Sachkunde und Verantwortlichkeit des palästinensischen Zionismus auf dem Kongreß nicht erhöhen. Erst wenn Palästina eine jüdische Bevölkerung von Millionen Juden haben wird, werden wir von einer Aufhebung der geltenden Bestimmungen reden dürfen, und ich wünschte, daß wir diesen Zeitpunkt durch unsere Taten näherzurücken verstehen. Ich schlage also vor, zunächst prinzipiell darüber abzustimmen, ob an den bestehenden Vorschriften überhaupt etwas geändert werden soll, und erst, wenn ein solcher Antrag akzepiert wird, über das Minderheitsvotum abzustimmen. In der darauf folgenden Abstimmung wird das Minderheitsvotum auf Änderung der Bestimmungen über die Bevorzugung Palästinas bei den Kongreßwahlen abgelehnt. BERICHTERSTATTER I. MEREMINSKI: Ich wende mich nunmehr den Fragen zu, die mit der Verbreitung des Schekels im kongreßlosen Jahre verknüpft sind. Wir sind sämtlich einer Meinung, daß es nicht angängig ist, daß der Schekelzahler seinen Schekel nur im Kongreßjahre, nur in Verbindung mit den Kongreßwahlen, kauft. Wir glauben, daß die Zionistische Organisation die Bewegung und die ganze Organisation dazu erziehen muß, daß jeder Schekelzahler seinen Schekel jährlich kauft. Wir halten es jedoch für absolut unzweckmäßig, auf diesem Kongreß irgendwelche Beschlüsse anzunehmen, nachdem wir gestern einen Beschluß über die obligatorische