Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 602 (sequence 607)
- Language
- German, English, Hebrew
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<>Q- 21. Kongreß-Sitzung: Bericht der Organisationskommission gelegt wurde, als wir noch nicht die „kompakte Majorität" waren und die Furcht daher noch nicht so groß war. Heute ist die Notwendigkeit der Verwirklichung dieser Forderung viel größer geworden. Die jüdischen Massen strömen uns in immer stärkerem Maße zu und wir haben kein Recht, die zionistische Bewegung auf ihren heutigen engen Rahmen zu beschränken. Es gibt Massen von Juden, die man für uns gewinnen kann und die der zionistischen Bewegung jene Kraft geben können, die sie heute haben könnte. Das ist aber nicht möglich, solange wir in den engen Grenzen der Parteien und der Parteikonflikte bleiben und dem einfachen Juden, von dem ihr Tag und Nacht sprecht, diesem einfachen Juden, der sich keiner Partei anschließen will, der z. B. nichts weiß von einem Unterschied zwischen Allgemeinen Zionisten A und B, nicht die Möglichkeit geben, Mitglied der Zionistischen Organisation zu werden. Diesem Juden müssen wir einen Platz in der einheitlichen, wirklich allgemeinen Zionistischen Organisation schaffen. Der vorliegende Antrag will die heutigen Zustände nicht durch Beschlüsse, sondern durch gemeinsame Arbeit und gemeinsame Organe in zwei Kongreßjahren reformieren. Es ist sonderbar, daß gerade die Parteien, die immer den allgemeinen, überparteilichen Zionismus predigen, daß gerade sie es waren, die in der Kommission erklärten, es gebe heute keine parteilosen Zionisten mehr. Ein Wort zu der sogenannten Gefahr des Faschismus, von der der Vorredner gesprochen hat. Eine einheitliche Zionistische Organisation, eine wirklich allgemeine, allumfassende zionistische Organisation, soll geschaffen werden, die nicht nur die Parteien, sondern auch die nichtorganisierten jüdischen Massen umfassen soll — und das ist Faschismus? Es ist interessant, daß die Schaffung dieses wahren allgemeinen Zionismus gerade von einem allgemeinen Zionisten als Faschismus bezeichnet wurde. Auch die Gegner kennen, glaube ich, ganz gut den Nutzen, den der Antrag der Kommission bringen wird. Der Kongreß wird, davon bin ich überzeugt, richtig beurteilen, auf welcher Seite das wahre Interesse des Zionismus liegt. BERL LOCKER (Mitgl. d. Exek. — spricht jüdisch): Ein Wort an die Gegner dieses Vorschlages, vor allem an jene, die Angst haben, man werde ihnen in ihren Ländern etwas aufzwingen, was die schon bestehenden zionistischen Organisationen zerstören kann. Die Vorschläge der Kommission sind sehr vorsichtig gehalten. Weder die Organisationskommission noch die Exekutive hat die Absicht, diese Sache von oben, gegen den Willen der Länder, einzuführen. Der Punkt D, den Sie soeben angenommen haben, gewährt die Garantie, daß in allen Punkten, wo es Meinungsverschiedenheiten gibt, die Exekutive zunächst die Meinung aller Faktoren anhören und dann dem A. C. gewisse Vorschläge unterbreiten wird. Es ist keine Rede von einer Absicht, den Ländern Formen aufzuzwingen, die für sie nicht passen. Mit diesem Vorschlag wollen wir der Exekutive die Möglichkeit geben, m mehreren Ländern, in denen eine Übereinstimmung zwischen allen Faktoren besteht, den Plan bald durchzuführen, wo aber eine solche Übereinstimmung nicht vorhanden ist, mit den betreffenden Faktoren in Kontakt zu treten, zu vermitteln und dann dem A. C. die Sache vorzulegen. Dabei