Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 601 (sequence 606)
- Language
- German, English, Hebrew
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Mereminski, Mossinsoni Stupp, Myer, Schurer 601 Dr. ABRAHAM STUPP (Weltverb. Allg. Zion., Ostgalizien — spricht jüdisch): Mit der Frage des Territorialverbandes befassen wir uns nicht zum erstenmal. Wir sind bei früheren Kongressen in den Kommissionen zu der Uberzeugung gekommen, daß es nicht von Nutzen für die Zionistische Organisation sein wird, wenn wir die bestehenden Organisationsformen auflösen und den Territorial verband einführen. Die Entwicklung, die in den letzten Jahren Platz gegriffen hat, das Verhältnis der Parteien untereinander, hat bei einem großen Teil der Zionisten die Angst hervorgerufen, durch den Territorial verband könnte ein ähnlich unerwünschter Zustand herbeigeführt werden, wie er in der Zionistischen Weltorganisation herrscht, und die Erscheinungen, die in manchen Teilen der Weltorganisation darauf ausgehen, den Kongreß zu erobern, könnten sich auch im Territorialverband bemerkbar machen. Es handelt sich hier nicht um Fragen, die man mechanisch durch Beschlüsse erledigen kann. Gewiß ist das Bestreben vorhanden, andere Bedingungen für das Zusammenleben der Zionisten zu schaffen. Man kann aber Liebe, Freundschaft und brüderliche Zusammenarbeit nicht durch Beschlüsse herbeiführen. Vielmehr darf man erst, wenn in Zukunft eine Änderung der bestehenden Verhältnisse eingetreten ist, an eine Reform denken. Heute können die Verhältnisse in der Zionistischen Organisation durch die verfrühte Reform nur verschlechtert werden. Deshalb sind wir gegen den Territorialverband. MORRIS MYER /Weltverb. Allg. 2ion.y England — spricht jüdisch): Es ist sehr schwer, einen Standpunkt zu verteidigen, wenn man weiß, daß man einer kompakten Majorität gegenübersteht. Trotzdem besteht die Pflicht, auch die Stimme der Minderheit zu Gehör zu bringen. In der Kommission habe ich erklärt, daß diese Vorschläge nach Faschismus schmecken. Unser verehrter Freund Locker hat uns dafür garantiert, daß es keinen Faschismus geben wird, weil man niemanden unterdrückt und nicht das Wahlrecht beschränkt. Er irrt sich, wenn er meint, daß der Faschismus nur darin besteht. Faschismus will einen totalen Staat schaffen, der keine freie Initiative und keine Möglichkeit für eine Bewegung offen läßt. Die abtretende Exekutive war zwar eine gute Leitung, sie hat jedoch zu stark mit Staatsaufgaben gespielt. Vom praktischen Standpunkt aus sind diese Vorschläge überflüssig, weil in jedem Lande heute schon eine Verständigung über Schekel, K. H., K. K. L. usw, besteht, oft auch in der Frage der Politik, und man neue Vereinigungen nicht braucht. Die Auflösung der selbständigen Organisationen ist eine schädliche Sache. Eine andere Sache ist, daß ihr durch den Schekel die ganze Macht in den Organisationen erobern und die vollständige Kontrolle haben wollt. Die Exekutive hat sich nicht an die Landesorganisationen gewendet, deshalb ist der Kongreß nicht reif, solche Beschlüsse zu fassen. Man muß sie der Exekutive als Material übergeben und diese ermächtigen, die Beschlüsse durchzuführen, wenn die Landesorganisationen einverstanden sind. Der Kongreß sollte sich großzügig zeigen und der Initiative freien Lauf lassen, nicht aber eine Disziplin schaffen, die für die Bewegung als Ganzes schädlich ist. CHAIM SCHURER (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): Man hat hier gesagt, daß dieser. Vorschlag Besorgnis erregt. Ich möchte daher daran erinnern, daß dieser Antrag von uns schon bei mehreren Kongressen vor-