Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 594 (sequence 599)
- Language
- German, English, Hebrew
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594 2/. Kongreß-Sitzung: Bericht der Organisationskommission sehen Bewegung, im Interesse des Kampfes, der uns jetzt an verschiedenen Fronten bevorsteht, in unser aller Interesse, daß dieser Kongreß keine weitere Stellung zu der ganzen Frage nimmt. Wir wollen den Status quo nicht, wir werden weiter dagegen kämpfen, aber es ist immer noch besser, daß er bestehen bleibt, als daß der Beschluß der Kommission angenommen wird. Der Kongreß möge daher beschließen, über den Vorschlag der Kommission zur Tagesordnung überzugehen. RABBI ABBA H. SILVER: Der Status quo ist schädlich für den Boykott Deutschlands und das Prestige unserer Bewegung. (Lachen rechts.) Ich habe dasselbe schon früher englisch gesagt, damals haben Sie es wohl nicht verstanden, deshalb lachen Sie jetzt. (Heiterkeit.) Wir haben die ganze Sache gutzuheißen, sie unter die Kontrolle der Organisation zu stellen und die volle Verantwortung dafür zu tragen. Der Antrag Großmann auf Übergang zur Tagesordnung wird mit großer Majorität abgelehnt; dafür stimmen J9 Delegierte der Judenstaatspartei und des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten. Der Antrag Schmorak auf Ruckverweisung an die Kommission wird ebenfalls mit großer Majorität abgelehnt. Während der Vorsitzende die Abstimmung über den Antrag der Kornmission einleitet, verlassen die Judenstaatler unter lauten Pfuirufen den Saal. Die Delegierten der Judenstaatspartei rufen: „Hitler-Agenten!" „Kauft deutsche Waren!" „Ihr macht mit Hitler Geschäfte!" und ähnliches. Lebhafte Unruhe links und in der Mitte. Es fallen von dieser Seite Rufe wie: „Herr Stricker macht mit Schuschnigg Geschäfte!" „Geben Sie doch jeder einzelne 1000 Pfund!" VORS. VIZEPRÄS. Dr. GOLDMANN (versucht mühsam Ruhe zu schaffen, zu den Judenstaatlern): Wenn Sie den Saal verlassen, dann etwas schneller! (Beifall.) Bei der Abstimmung wird der Antrag der Kommission mit 169 gegen 12 Stimmen bei 27 Stimmenthaltungen angenommen. VORS. VIZEPRÄS. Dr. MOSSINSON (der nunmehr den Vorsitz übernimmt): Wir kommen zum Bericht der Organisationskommission. Das Wort hat als Berichterstatter Herr Mereminski. BERICHT DER ORGANJSATIONSKOA[MISSIOK BERICHTERSTATTER ISRAEL MEREMINSKI (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): Das Organisationsproblem ist das Problem dieser Generation und von diesem Gesichtspunkte messen wir der Uberführung des Organisationsdepartements nach Palästina, dem Mittelpunkte der Verwirklichung des Zionismus, besondere Bedeutung bei. Das Organisationsproblem ist das Problem der Anpassung der organisatorischen Form der Zionistischen Organisation an den Volkscharakter der zionistischen Bewegung. Ich bin tief davon überzeugt, daß die Zionisten der ganzen Welt von diesem Standpunkte aus die ernsten, bedeutsamen Veränderungen, die wir auf diesem Kongreß durch die Vorschläge der Organisationskommission im Aufbau und in den Tätigkeitsmethoden der Zionistischen Organisation einführen wollen, richtig zu würdigen wissen werden.