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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 592

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 592 (sequence 597)
Language
German, English, Hebrew
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592 2i. Kongreß-Sitzung: Bericht der Transferkommission GOLDE MYERSON (Arb., Erez Israel — spricht jüdisch): Es gibt wenige Fragen, die einen solchen Sturm erregt haben wie die Frage des Transfer. Wenn Männer wie Wise und Silver nach Amerika kommen werden, so wird gerade die Stellung dieser Männer beweisen, daß sie den Mut gehabt haben, das richtige Wort zu sagen. Es ist der beste Beweis dafür, daß der Kampf gegen Hitler-Deutschland nicht identisch ist mit Boykott gegen die Juden. Wir müssen einen starken und energischen Kampf gegen die Verfolgung der deutschen Juden führen, aber wir dürfen nicht den Gedanken zulassen, daß die zionistische Bewegung dem Leid der deutschen Juden gleichgültig gegenübersteht und nicht alle Mittel anwendet, diese Juden aus der Hölle zu retten. Es gab eine Zeit, da wir bei jüdischem Leid nur geschrien und protestiert haben. Jetzt haben wir auch eine Möglichkeit, etwas Reales zu tun, um die Hunderttausende von Juden zu retten. Man soll nicht fragen, wieviel Juden wir gerettet haben. Jeder Jude hat die Hoffnung, daß wenigstens seine Kinder etwas Neues beginnen können. Ist das nicht etwas Großes? Wenn wir den Transfer der Exekutive unterstellen, so wollen wir sicher sein, daß alles zugunsten der Sache geschieht, die wir wollen. Wir werden so auf diese Weise vermeiden, daß Juden am Unglück ihrer deutschen Brüder verdienen. Wir, die zionistische Bewegung, nehmen die Verantwortung auf uns, jüdisches Leben und jüdisches Vermögen zu retten, soviel Menschen wie möglich zu erhalten für ein besseres Leben in Erez Israel. (Lebhafter Beifall.) Dr. EMIL SCHMORAK (Weltverb. Allg. Hon. A-C — spricht indisch): Ich spreche hier nicht auf Grund eines Beschlusses der Gruppe, der ich angehöre, sondern bringe meine persönliche Meinung zum Ausdruck. Die Frage, die hier behandelt wird, darf keine Parteifrage sein. Es ist sehr schwierig, eine einfache Lösung vorzuschlagen, aber jedenfalls erscheint es mir falsch, daß die Zionistische Organisation die Verantwortung für den Transfer auf sich nimmt. Gewiß ist die Rettung der deutschen Juden und ihres Vermögens sehr wichtig und ein ernstes Problem. Aber von dieser Erkenntnis bis zu dem Beschluß der Kommission ist ein weiter Weg, und ich wundere mich, daß Rabbi Silver diesen Beschluß verteidigt hat. Ich glaube, daß man, wenn man sich auf den Standpunkt des Transfer stellt, dann auch die Konsequenz ziehen und den Mut aufbringen müßte, überhaupt gegen den Boykott deutscher Waren zu sein. Die jüdische Welt wird diese doppelte Moral nicht verstehen. Sie ist von der Notwendigkeit des Boykotts gegen Deutschland überzeugt, und daher glaube ich, daß die Zionistische Organisation mit dieser Sache nichts zu tun haben soll und wenn eine Institution der Interessenten dieses unmoralische Geschäft machen will, dann soll man den Kongreß nicht damit befassen. Daher stelle ich den Antrag, den Vorschlag an die Kommission zurückzuverweisen. VORS. VIZEPRÄS. Dr. GOLDMANN: Damit kein Mißverständnis entsteht, will ich annehmen, daß Ihr Ausdruck vom unmoralischen Geschäft sich auf die ganze Konzeption der Haawarah, nicht aber auf die Menschen und Persönlichkeiten bezog, welche mit diesen Dingen zu tun haben. Dr. EMIL SCHMORAK: Ich stelle dies ausdrücklich fest. VORS. VIZEPRÄS. Dr. GOLDMANN: Die Abteilung für die Ansiedlung deutscher Juden bittet das Präsidium ums Wort zu einer kurzen

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