Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 591 (sequence 596)
- Language
- German, English, Hebrew
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Goldmann, Silver, Grossmann 591 „Um die weitere Einwanderung von Juden aus Deutschland nach Palästina zu verstärken, wird die Exekutive beauftragt, die gesamte Arbeit der Haavara unter ihre Kontrolle zu nehmen.'1 MEIR GROSSMANN (Judenst., A.-C. — spricht jüdisch): Namens der Judenstaatspartei beantrage ich folgendes Minderheitsvotum: Der Kongreß beschließt, daß es den zionistischen Finanzinstitutionen sowie allen unter der Kontrolle der Zionistischen Organisation stehenden Instituten und leitenden Instanzen untersagt ist, direkt oder indirekt irgend welche Handelsbeziehungen mit dem heutigen Deutschland zu unterhalten resp. wirtschaftliche Abkommen welcher Art auch immer abzuschließen. Die zionistischen Finanzinstitutionen haben ihre Beziehungen zu dem Transferübereinkommen unverzüglich zu lösen. Die Kommission hat einen sehr einfachen und klaren Vorschlag eingebracht, den Vorschlag, daß der Kongreß ersucht wird, seine offizielle Zustimmung zum Transfer zu geben. Die Judenstaatspartei wendet sich gegen diesen Vorschlag, und die B-Gruppe der Allgemeinen Zionisten hat mich beauftragt, zu erklären, daß sie unseren Antrag unterstützt. Wenn der Kongreß und die zionistische Welt ein Beispiel datür haben wollen, mit welcher Gefahr der Weg verbunden ist, den man auf dem letzten Kongreß ging, so ist die Resolution, die von der Mehrheit eingebracht wird, der beste Beweis dafür. Es ist unerhört, daß nach zwei Jahren furchtbarer Verfolgungen, verstärkten Boykotts, nach Bemühungen, die Sympathie der nichtjüdischen Welt für den Kampf gegen das heutige Deutschland zu gewinnen, man ohne jede nähere Erklärung einen solchen Vorschlag im zionistischen Kongreß einbringe.! n Tribunal des jüdischen Volkes, der Tribüne der Befrciungsbewegn Volkes. Die zionistische Exekutive soll zum Agenten der deutsch rie werden. Die Berichte, die wir in der Kommission gehört haben, hai ui uns nicht davon überzeugt, daß wir uns erlauben können, den Weg des Transfer zu gehen. Weder die Zahl der geretteten Menschen noch die Wirkung auf die ganze Welt hat uns überzeugt. Die jüdische Gemeinschaft Palästinas wird demoralisiert, die jüdische Jugend korrumpiert. Ich begreife nicht, wie Menschen wie Rabbi Silver und Rabbi Wise, die so stark für den Boykott Deutschlands eintreten, solch eine Resolution akzeptieren können. Wie werden Kaplansky, Jarblum und andere von der Zweiten Internationale erklären, daß ein Zionistenkongreß beschlossen hat, den Transfer unter Aufsicht der Zionistischen Organisation zu stellen? Glauben Sie denn, daß Sie von der übrigen Welt isoliert sind? Was ihr tun wollt, ist nicht Hilfe für die deutschen Juden, es ist eine Schwächung der zionistischen Front, eine Isolierung dieser Front. In dieser spaten Stunde beschwöre ich Sie: Es geht hier nicht um eine Parteisache, es geht um eine Sache des ganzen Volkes. Kaplan, Locker und Ben-Gurion sind verantwortlich für den Verkauf deutscher Waren in Erez Israel und die A.P.B, nimmt Geld von der deutschen Industrie. Wir sind durch starke Fäden mit dem jüdischen Leid in der Welt verbunden, und kein Beschluß, keine Disziplin wird uns hindern, hinauszugehen und diese Handlungsweise als Verrat an den kämpfenden jüdischen Massen im Galuth zu bezeichnen (Beifall). ' VORS. VIZEPRÄS. Dr. GOLDMANN: Während zu Jedem anderen Antrag nur ein Redner pro und einer contra gesprochen hat, dürfen diesmal ausnahmsweise zwei Redner dafür und zwei dagegen sprechen.