Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 590 (sequence 595)
- Language
- German, English, Hebrew
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590 2i, Kongreß-Sitzung: Bericht der Transferkommission vorgesehen war. Es ist unerhört, in welcher Weise das Präsidium mit der Zeit der Delegierten umgeht. In dieser Sache hat der Kongreß zu bestimmen und nicht das Präsidium oder die Beamten. VORS. VIZEPRÄS. DR. N. GOLDMANN (zum Delegierten Wiener gewandt): Ich rüge zunächst den Ausdruck „unerhört", den Sie gegen das Präsidium gebrauchen, zweitens rüge ich die Herabsetzung der Beamten. Zur Sache selbst erkläre ich, daß Ihr Antrag nicht geschäftsordnungsmäßig ist. Wenn Sie glauben, daß es für das Präsidium ein besonderes Vergnügen ist, hier so lange zu sitzen, so irren Sie sich. Das Präsidium ist mindestens ebenso sehr beschäftigt wie die Delegierten. Wir waren fest entschlossen, die Zeit einzuhalten, aber es liegt nicht an uns, daß es nicht gelungen ist. Es war eben einfach nicht möglich; es ist eben ein großer, komplizierter Kongreß und es sind viele Fragen und Verhandlungen zu erledigen, über welche jeder von Ihnen wohl informiert ist. Ich bedaure sehr, daß verschiedene Delegierte nicht so lange bleiben können. Wir haben diesen Gesichtspunkt lange in Betracht gezogen, aber das Präsidium kann nicht Dinge entscheiden, die nur in Verhandlungen zwischen den Parteien entschieden werden können. Wir beginnen nunmehr mit der Behandlung der Transferfrage. Da bedauerlicherweise der Berichterstatter zu dieser Frage noch nicht im Saale ist, werde ich das Referat übernehmen. In diesem Augenblick erscheint der Berichterstatter Rabbi Silver im Saale. BERICHT DER TRANSFERKOMMISSION. VORS. VIZEPRÄS. DR. N. GOLDMANN: Ich sehe, daß der Berichterstatter Rabbi Silver eben im Saale erschienen ist, und erteile ihm das Wort. BERICHTERSTATTER RABBI ABBA HILLEL SILVER (Weltverein. Allg. Zion.y Amerika — spricht englisch): Seit mehreren Tagen befassen wir uns mit dem Problem des Transfer. Sie wissen, wie schwierig und kompliziert diese Frage ist. Wir haben uns bemüht, eine Lösung zu finden und glauben, daß sie uns gelungen ist. Wir wollten auch gewisse Mißbräuche aus der Welt schaffen, die mit der Frage des Transfers verbunden sind. Dieses Problem ist schon seit langem ein Thema der Diskussion und Kritik in verschiedenen jüdischen Kreisen in Palästina und in der Galuth. Um eine Besserung der Lage herbeizuführen und um die Sache zu regeln, daß in Zukunft die Transfertransaktionen nur auf Palästina und auf die Überweisung des Kapitals deutscher Juden, die nach Palästina gehen, und der zionistischen Fonds, die sich heute in großem Maße mit der Ansiedlung von deutschen Juden in Erez Israel beschäftigen, beschränkt bleiben, hat die Mehrheit der Kommission es für zweckmäßig gehalten, die Transfertransaktionen der Aufsicht der Exekutive zu unterstellen. Bei dieser Aufsicht und Kontrolle wird die Exekutive von bestimmten Prinzipien ausgehen. Diese sind in einer Reihe von Beschlüssen festgesetzt und der Exekutive als Material überwiesen worden, die den Mißbrauch des Transfer verhüten und die Sicherheit gewähren, daß er seinen wichtigen Dienst bei der Förderung der deutschen Auswanderung nach Palästina erfüllt. Die Transferkommission stellt daher folgenden Antrag: