Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 586

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 586 (sequence 591)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3476254-3476292--9632-3485783
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

586 2i. Kongreß-Sitzung: Bericht der Budget- und Finanzkommission PHILIPP ROSENSTEIN (Judenst., Weltwahlliste — spricht deutsch): Die Judenstaatspartci hat durch mich in der Budgetkommission nicht nur eine oppositionelle Stellung zu Tagesfragen eingenommen, sondern sie hat sich bemüht, die ganze Zeit hindurch konstruktive Vorschläge einzubringen. Diese haben freilich leider nicht die Zustimmung der Kommission gefunden. So haben wir einen Antrag bezüglich Auflage einer jüdischen nationalen Anleihe beim ganzen jüdischen Volk eingebracht, ferner einen Antrag auf Schaffung des Kontrollamtes — ein Antrag, der seitens der Exekutive schon aus eigener Initiative angenommen wurde —, ferner wurde ein Antrag auf Erfassung der Verdienste von Organisationen, die der Zionistischen Organisation nahestehen (Anglo Palestine Bank und P.L.D.C.), der Exekutive zur Behandlung überwiesen. Einen Antrag aber auf Schaffung einer Liquidationsbank, der angesichts der Lage des jüdischen Volkes sehr dringend ist, wollen wir hier direkt vor den Kongreß bringen. Der Antrag lautet: In Anbetracht der systematischen Entwurzelung der Juden in beinahe allen Ländern, in Anbetracht der Notwendigkeit, die Vermögen aller zur Auswanderung gezwungenen Juden nur langsam, der Zeit und dem Interesse der Auswanderer entsprechend, zu liquidieren, in Anbetracht, daß die Lösung des Liquidationssystems durch den mit dem Hitlerregime vereinbarten Transfer unmoralisch ist, die jüdische Position in der ganzen Welt untergrabt und schändet und Palästina in seinem Aufbau als jüdisches Heimatland schädigt, in Anbetradit dessen, daß der Transfer nur den kapitalkräftigen Juden Deutschlands zugute gekommen ist und dem Notstand der kapitalsarmen und werktätigen jüdischen Volksmasscn Deutschlands keinen irgendwie beachtenswerten Vorteil gebracht hat, beschließt der XIX. Zionistenkongrcß die sofortige Schaffung einer Liquidationsbank, welche die Vermögen aller zur Auswanderung gezwungenen Juden allerorts, wo es nötig erscheint, übernehmen, verwalten und langsam liquidieren wird, wobei das Hauptaugenmerk der Auswanderungsvorbereitung den mittleren und armen Schichten des jüdischen Volkes gewidmet sein soll. Die Exekutive wird beauftragt, ein Projekt zur Schaffung einer solchen Liquidationsbank unverzüglich auszuarbeiten und durch das A. C. zur Annahme zu bringen. ELIESER KAPLAN (Mitgl. d. Exek.): Die Frage ist sehr ernst und verwickelt und als man diesen Antrag in der Kommission stellte, konnte er^ unmöglich ohne Klärung aller Details angenommen werden. Die Kommission hat daher vorgeschlagen, den Antrag der Exekutive als Material zu überweisen und ich nehme jetzt diesen Vorschlag auf. Der Antrag Kaplan wird angenommen. BERICHTERSTATTER I. FEUERRING: Ich habe noch einige Mitteilungen zu machen, die Beträge von Subventionen betreffen, welche von der Kommission verlangt wurden. So lag ein Vorschlag vor, im Budget einen Betrag auszuwerfen, um der Levantemesse die Möglichkeit zu politischen und wirtschaftlichen Verhandlungen in einer Reihe von Ländern zu geben. Der Betrag konnte leider nicht gefunden werden, die Exekutive hat jedoch erklärt, daß sie versuchen werde, eine Deckung zu finden. Ein Antrag auf Unterstützung von Habimah und Ohel konnte durch bestimmte Posten nicht befriedigt werden. Die Exekutive erklärt, daß sie aus dem normalen Budget einen Betrag bewilligen will, wie sie es schon früher getan hat. Die Kommission legt schließlich der Exekutive nahe, außerhalb des Budgets weitere Beträge für die Alijah aus Rußland zu beschaffen. Die Exekutive nat versprochen, dies zu tun.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.