Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 579 (sequence 584)
- Language
- German, English, Hebrew
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Mack, Ussischkin, Kaplan 579 Budget für dieses höchste Institut unserer kulturellen Arbeit, von dem wir Jahre geträumt und das wir schließlich errichtet haben. Ich bitte Sie, meine Worte nicht nur zu hören, sondern auch mitzufühlen. Die Universität, an der die ganze jüdische Welt interessiert ist, weil sich dort die jüdische Wissenschaft und die jüdische Jugend der ganzen Welt konzentriert, die Universität, die der Wegweiser unserer hebräischen Kultur sein soll, entgleitet uns ganz. 90% des Budgets der Universität gibt heute, wie Herr Mack schon sagte, eine kleine Gruppe amerikanischer Juden, die größtenteils nicht einmal zu uns gehören. Es ist ein Nonsens, daß wir beiseite stehen, nur weil unser Budget balanciert werden muß. Die Universität entwickelt sich immer mehr. Im nächsten Jahr werden wir schon das erste Tausend Studenten erreicht haben, der Lehrkörper zählt fast 100 Personen. Zwei wesentliche Aufgaben hat die Universität in nächster Zukunft zu erfüllen: das große landwirtschaftliche Institut, das wir so nötig brauchen, wie die Landwirtschaft selbst, und das pädagogische Institut für die Ausbildung von Lehrern mit höherer Bildung, die die Kultur, von der wir hier so viel gesprochen haben, schaffen sollen. Dazu sind große Mittel nötig. Die Zionistische Organisation aber beteiligt sich an dem 60.000-Pfund-Budget der Universität heutzutage mit keinem Pfennig. Den hier beantragten lächerlichen Betrag von 2500 Pfund beantrage ich zu streichen. Das wäre eine Herabwürdigung der Universität. 10.000 Pfund muß die Universität von uns bekommen, davon 2500 Pfund für die Bibliothek, die mit ihren 300.000 Büchern nicht so sehr der Universität als der Öffentlichkeit dient. Für den Wissenschaftsbetrieb wäre eine so große Bibliothek nicht erforderlich. Der Rest des Betrages soll der Errichtung des landwirtschaftlichen und des pädagogischen Institutes gewidmet sein. Ich weiß, daß man gegen die Leitung der Universität und ihre Tendenz Beschwerden hat. Ich will heute nicht darauf eingehen. Wenn es aber wahr ist, so trägt in erster Reihe die Zionistische Organisation die Schuld daran, weil sie beiseite gestanden und in den letzten sechs Jahren keinen Pfennig für sie gegeben hat. Der einzige Weg, diese Zustände zu ändern, ist, daß die Zionistische Organisation ihre Vertreter in die Leitung der Universität schickt und sich an den Ausgaben beteiligt. Wollen Sie das nicht, so verurteilen Sie die Universität, die Krönung unserer kulturellen Arbeit, dazu, außerhalb der Zionistischen Organisation, unseres Einflusses und unserer Interessen zu bleiben. Tun Sie das nicht! Woher das Geld zu nehmen ist, hat schon Judge Mack gesagt. Die Budgetvorschläge der Kommission sind nicht heilig. Ich bitte Sie, von der Reserve von 20.000 Pfund 10.000 Pfund für die Universität zu bewilligen. Die Reserve ist für dringende Fälle vorgesehen. Hier liegt der erste dringende Fall vor. (Beifall.) ELIESER KAPLAN (Mitgl. d. Exek. — spricht hebräisch): Ich beneide die Menschen, die auf die ganze Welt vom Standpunkt einer ihnen teuren Sache blicken und für die alles andere Nebensache ist. Stünde mir die Zeit zur Verfügung, so könnte ich Ihnen erzählen, was wir in der Kommission gehört haben. Man kam zu uns mit moralisch ernsten Forderungen, wir aber durften zu unserem großen Leidwesen nicht alle Argumente berücisiditigen, 37*