Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 576 (sequence 581)
- Language
- German, English, Hebrew
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576 2i. Kongreß-Sitzung: Bericht der Budget- und Finanzkommission wird, werden wir über jeden Budgetposten gesondert abstimmen (Zwischenruf M. M. USSISCHKIN: Das ist nicht richtig!). Wenn dagegen der Vorschlag der Kommission und des Berichterstatters auf en bloc-Annahme akzeptiert wird, dann gibt es keine weiteren Abstimmungen. M. M. USSISCHKIN (A. C. — spricht hebräisch): Ich widerspreche der eben gehörten Auffassung. Zunächst muß über die Minderheitsvoten abgestimmt werden. Wenn sie angenommen werden, so entfällt die ganze Frage der en bloc-Annahme des Budgets. Die Minderheitsvoten durch Einbringung des Antrages auf en bloc-Annahme des Budgets unmöglich zu machen, widerspricht unseren Verfassungsbestimmungen. VORS. VIZEPRÄS. S. KAPLANSKY: Es ist nicht das erstemal, daß ich die Ehre habe, die Verhandlungen des Plenums über das Budget zu leiten. Ich hatte hierzu bereits in Prag Gelegenheit, und auch dort sind wir so verfahren. Hören wir die Minderheitsvoten, sodann mag der Kongreß entscheiden, ob er die von mir für richtig gehaltene Prozedur akzeptieren will. PHILIPP ROSENSTEIN (]udensUy Weltwahlliste — spricht deutsch): Ich muß mich mit aller Entschiedenheit gegen eine en bloc-Abstimmung aussprechen. In dem Budget sind 50.000 Pfund für die Ansiedlung deutscher Juden enthalten. Aus der Debatte in der Budgetkommission war es klar ersichtlich, daß diese 50.000 Pfund auf dem Wege der Warenbeschaffung aus Deutschland und durch Verkauf dieser Waren aufgebracht werden sollen. Gemäß dem Standpunkte der Judenstaatspartei müssen wir uns mit aller Energie gegen diese Art der Geldbeschaffung aus Deutschland wenden. Dem jüdischen Volk ist seitens des Hitlerismus ein Kampf auf Leben und Tod erklärt worden. Dieser Kampf gegen das jüdische Volk wird in alle übrigen Länder der Galuth getragen. Es ist des jüdischen Volkes unwürdig, die Industrie dieses Volkes zu unterstützen, nur aus dem Grunde, um so zu einem höheren Budgetposten zu kommen. Deshalb sprechen wir uns aufs entschiedenste gegen diese Art der Geldbeschaffung aus und bringen folgenden Minoritätsantrag ein: Da wir die Aufbringung der in den Eingängen des Keren Hajessod-Budgets vorgesehenen 50.000 Pfund aus Deutsdiland auf dem Wege des Warentransfers für unmoralisch und des jüdischen Volkes in seinem Kampfe gegen das Hitlerregime für unwürdig halten, beantragen wir, diesen Budgetposten von 50.000 Pfund abzulehnen und die Ausgaben dementsprechend zu kürzen. BERICHTERSTATTER I. FEUERRING: Es wäre falsch, die sachlidien Vorschläge der Budgetkommission, die keine andere Aufgabe haben, als unsere Einnahmen und Ausgaben festzusetzen, zu einer politischen Debatte auszunützen. Es kann kein Unrecht sein, Beiträge für die nationalen Institutionen auf den geeignet erscheinenden Wegen für Palästina flüssig zu machen. Ich beantrage daher, falls nicht schon die Annahme des Budgetvorschlages die Ablehnung des Minderheitsvotums bedeutet, über das Minoritätsvotum zur Tagesordnung überzugehen. VORS. VI2EPRÄS. ING. S. KAPLANSKY: Das Präsidium wird über die Abstimmung selbst entscheiden. Jetzt hat das Wort Herr Bialopolski zur Begründung seines Minoritätsvotums. JAKOB BIALOPOLSKI (Arb.s Polen — spriät hebräisch): Die Leiter der hebräischen Bewegung in der Diaspora sind auf dem Kongreß diesmal