Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 558 (sequence 563)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9604-3485755- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
558 Kongreß-Sitzung: Bericht der Einwanderungskommission Volke zurück. Tausende junge Leute, die nichts vom Judentum wußten, lernen in der Hachscharah von Palästina, vom jüdischen Volke, vom Judentum und vom Aufbau Palästinas. Reden wir uns nicht ein, daß die fachliche und landwirtschaftliche Hachscharah ausreicht. Die landwirtschaftliche Ausbildung außerhalb Palästinas nützt für die Landwirtschaft im Lande nichts. Ich kämpfe nicht gegen die landwirtschaftliche Ausbildung außerhalb Palästinas, ich warne jedoch vor der Selbsttäuschung, daß wir mit der fachlichen und landwirtschaftlichen Ausbildung alles getan haben. Wenn wir uns die Landwirte Palästinas und unsere landwirtschaftlichen Arbeiter ansehen, dann zweifle ich sehr, ob ein erheblicher Prozentsatz von ihnen aus der landwirtschaftlichen Hachscharah hervorgegangen ist. Die ganze Lohnarbeit im Pflanzungsbau Palästinas ist völlig unabhängig von der landwirtschaftlichen Ausbildung in der Diaspora. Auch diejenigen, die ihre landwirtschaftliche Ausbildung außerhalb Palästinas erhalten haben, müssen das Düngen und Bearbeiten von Gemüse in Palästina neu lernen. Wir müssen einen Chaluztypus schaffen, der von Hingabe an die Sache erfüllt ist, Kenntnisse und eine Idee besitzt, die ihn zu jeder körperlichen Arbeit, zu einem primitiven Leben auch unter harten Bedingungen fähig macht. Eines der wichtigsten Dinge bei der Hachscharah ist es, daß sie den auf Hachscharah befindlichen Menschen ein sittliches, idealistisches Niveau verleiht. Die Gemeinschaftsform der Hachscharah ist viel mehr wert als alles* was die fachliche Vorbereitung dem jungen Juden geben kann. In der darauf folgenden Abstimmung wird der Antrag Feldschuh abgelehnt 9 der Antrag^ im Kommissionsvorschlag a) nach den Worten „landwirtschaftlichen und fachlichen" das Wort „körperlichen" hinzuzufügen, angenommen. BERICHTERSTATTER E. DOBKIN: Wir kommen nunmehr zu Absatz b) der von mir bereits verlesenen Anträge betreffend Hachscharah. Hierzu liegt ein Antrag des Delegierten Z. Wahrhaftig vor, über diesen Antrag der Kommission zur Tagesordnung überzugehen. In der anschließenden Abstimmung wird der Antrag auf Übergang zur Tagesordnung abgelehnt, der Antrag der Kommission angenommen. BERICHTERSTATTER E. DOBKIN: Wir kommen zu Absatz c) der Kommissionsanträge, der von den Lehrern der hebräischen Sprache in den Hachscharah-Kibbuzim handelt. ABRAHAM OSTASZYNSKI (Weltverein. Allg. Zion., Polen — spricht hebräisch): Ich möchte nur fragen, was mit dem Antrag gemeint ist: Ist nur daran gedacht, daß die Lehrer nur auf ein Jahr in die Hachscharah-Kibbuzim kommen, um hebräischen Unterricht zu erteilen, oder ist davon die Rede, daß die Lehrer in den Kibbuzim auch leben und arbeiten? BERICHTERSTATTER E. DOBKIN: Gemeint ist, daß die Lehrer in den Kibbuzim leben und arbeiten. Es kann freilich auch vorkommen, daß die Kibbuzim es verlangen, daß die Lehrer den ganzen Tag Unterricht erteilen. Absatz c) der Kommissionsanträge betreffend Hachscharah wird darauf angenommen, mit dem ausdrücklichen Hinweis auf die Erklärung des Berkhterstatters der Kommission. Ohne Debatte wird ferner Absatz d) angenommen.